Die Farben, die Reinheit, das Licht

Das Prisma, welches das Licht in 7 Farben zerlegt, ist das Bild des Menschen mit seinem Verstand, seinem Herzen und seinem Willen. Es ist eine Dreiheit, eine Widerspiegelung der göttlichen Dreifaltigkeit. Aber um diese 7 Farben ausstrahlen zu können, um die Tugenden der 7 Geister vor dem Throne Gottes besitzen zu können, ĂŒber die der Apostel Johannes in der Offenbarung spricht, muss der Mensch daran arbeiten, sich zu reinigen und die drei Seiten seines Prismas wohl ausgewogen zu entwickeln. Das Licht ist schon da, bereit, durch den Menschen hindurchzuscheinen, um seine Wirkungen zu erzeugen, aber er selbst ist nicht bereit, weil er weder gereinigt noch harmonisch entwickelt ist. Gott ist da, bereit, in den Menschen einzuziehen, um sich in ihm in der ganzen Pracht der sieben Farben zu Ă€ußern, das heißt, um ihm alle Tugenden und KrĂ€fte zu geben, aber er ist finster und unausgewogen und Gott kann sich nicht offenbaren. Es ist fĂŒr den Menschen also unumgĂ€nglich, sich zu reinigen und sich harmonisch zu entwickeln: Wenn er bis dahin nur seinen Verstand entwickelt hat, muss er die Voraussetzungen finden, sein Herz zu entwickeln und dann daran arbeiten – Übungen machen –, um seine Willenskraft zu stĂ€rken. Wenn das Dreieck Herz, Verstand und Wille auf vollkommene Weise entwickelt ist, dann nimmt der Mensch wahr, dass das Licht in ihn einströmt und sich in sieben Farben aufteilt.

Im Mittelpunkt der folgenden AusfĂŒhrungen stehen drei wesentliche Aspekte:

  1. Die Reinheit

  2. Das Gleichgewicht zwischen FĂ€higkeit und praktischem Tun

  3. Die Verbindung mit der Quelle des Lichtes

1. Die Reinheit

Wie alle großen Eingeweihten betont der Meister die Reinheit, welche die Voraussetzung fĂŒr die geistige Entwicklung ist.

Das Bild der Petroleumlampe

Solange der Mensch nicht daran denkt, sich zu reinigen, werden jede Eingebung, jeder Impuls und alle himmlischen KrÀfte beim Durchqueren der dichten Schichten seines Wesens verformt.

Nehmt als Beispiel eine Petroleumlampe, deren Glas verrußt ist: Ihre Flamme ist nicht so leuchtend, nicht so krĂ€ftig, nicht so schön; man muss das Glas reinigen. Wir sind fast wie das Glas einer Petroleumlampe: Das Licht, das in unserem Inneren ist und herauskommen will, muss durch alle Schichten hindurch, die wir angehĂ€uft haben. Und je dicker die Schichten unseres Wesens sind, je dichter und unreiner sie sind, desto weniger kann das Licht hindurchscheinen.

Man muss sich also sĂ€ubern und reinigen und an sich arbeiten, damit unser physischer Körper, unser Ätherkörper, Astral- und Mentalkörper derartig rein werden, dass dieses Licht, dieser göttliche Funke, der in unserem Inneren vergraben ist und der sich bemĂŒht diese Dunkelheit zu durchdringen, endlich herauskommen und strahlen kann. Das geschieht deshalb so selten, weil wir gewöhnt sind, stĂ€ndig dichte, undurchsichtige Materie anzuhĂ€ufen: Eifersucht, Hass, Bosheit, Rache, grobe Sinnlichkeit, das Verlangen, alles fĂŒr sich haben zu wollen auf Kosten der anderen. All diese Unreinheiten bilden einen Panzer, einen Körper aus derartig dichtem, grobem Leitmaterial, der kaum ein Strahlen, Funken oder ein Schimmern durchlĂ€sst. Die Eingeweihten hingegen, die das verstanden haben, die in anderen Inkarnationen daran gearbeitet haben und weiterhin bewusst den Weg der Vollkommenheit gehen, sind fĂ€hig, sich zu reinigen und die Materie ihres Körpers so weit zu verfeinern, dass Gott, der im Inneren wohnt, sich mehr und mehr durch sie offenbart.

Das Bild der Quecksilbertröpfchen

Es steht geschrieben: »Dich zu erkennen, dich, den einzig wahren Gott und Christus, den du gesandt hast, das ist das ewige Leben.« Um den Herrn zu erkennen, muss man mit ihm verschmelzen, aber Verschmelzung kann sich nicht zwischen verschiedenartigen Dingen unterschiedlicher Materie und Dichte vollziehen. Ich nehme zum Beispiel ein bisschen Quecksilber, das ich in kleine Tröpfchen zerlege. Dann bringe ich sie wieder zusammen und sie bilden wiederum einen einzigen Tropfen. Ihr habt sicher alle dieses Experiment gemacht. Aber nehmt nun an, ich lasse einige Staubkörnchen auf diese Tröpfchen fallen; wie sehr ich mich nun auch bemĂŒhe, sie wieder zu vereinigen, sie bleiben getrennt. Also, gilt das Gleiche nicht auch fĂŒr uns? Der Herr ist von solcher Pracht, von solcher Reinheit, von solcher Unermesslichkeit – wie sollen wir mit Ihm verschmelzen können, wenn wir unrein, lasterhaft, dunkel, boshaft bleiben? Deshalb sage ich, dass man das Leben verĂ€ndern muss, und das Leben verĂ€ndern heißt: sich reinigen und alle Schmutzschichten entfernen, welche die Verschmelzung verhindern.

Der Meister ĂŒbermittelte Gebete und Übungen fĂŒr die Reinheit, besonders in Verbindung mit den Engeln der 4 Elemente.

Jedes Wesen trĂ€gt in den Tiefen seines Unterbewusstseins schĂ€dliche Keime, die stĂ€ndig gĂŒnstige Bedingungen finden, damit sie wachsen und sein Leben schĂ€digen können. Deshalb bekommt der SchĂŒler, der auf dem Weg der Entwicklung schon sehr weit vorangekommen ist, die Aufgabe, bis in die Tiefen seines Unterbewusstseins vorzudringen. Und mit Hilfe der Engel der vier Elemente, dem Engel der Erde, dem Engel des Wassers, dem Engel der Luft und dem Engel des Feuers, befreit er sich von diesen Keimen. Entweder verbrennt er sie mit dem Feuer oder zerstreut sie mit dem Wind oder ertrĂ€nkt sie mit dem Wasser oder er lĂ€sst sie von der Erde verschlingen. Auf diese Weise befreit er sich vollstĂ€ndig. Man muss die Bedeutung der vier Elemente begreifen.

Die ErklÀrung einer Stelle in den Evangelien unterstreicht die Notwendigkeit, den Astralkörper, den Körper der Begierden, zu reinigen.

Jesus sagte, es sei leichter fĂŒr ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als fĂŒr einen Reichen in das Reich Gottes zu kommen. Man hat nie erklĂ€rt, warum Jesus das Bild des Kamels gewĂ€hlt hat. Ich wollte dieses Gleichnis aber verstehen und fragte mich: »Was ist eigentlich kennzeichnend fĂŒr ein Kamel?«, und dabei stieß ich auf folgenden Gesichtspunkt: Der Astralkörper des Kamels ist Ă€ußerst klein, denn das Kamel ist maßvoll, es hat keine WĂŒnsche, es durchquert tagelang die WĂŒste, ohne etwas zu trinken oder zu fressen. Der Astralkörper eines Reichen hingegen ist riesengroß und aufgeblĂ€ht, weil er die ganze Welt verschlingen möchte. Deshalb kann er nicht in das Reich Gottes kommen, weil die TĂŒr fĂŒr eine derartige Ausdehnung des Astralkörpers nicht genĂŒgend groß und breit ist. In diesem Sinne sprach Jesus. Er betonte immer die Reinheit des Herzens, sonst wĂ€re es unsinnig. Wie sollte denn ein Kamel mit einem so großen Körper durch ein Nadelöhr passen, wĂ€hrend ein Reicher nicht in das Reich Gottes kommen könnte?

Der Sinn der Taufe

Jeden Tag solltet ihr daran denken, euch zu reinigen. Und sagt nicht, dass ihr dies bereits gestern oder vorgestern getan habt. Gestern war es fĂŒr gestern und heute mĂŒsst ihr von vorne beginnen. Jeden Tag solltet ihr an die SĂ€uberung, an die Reinigung und an die Heiligung denken; ja, jeden Tag, bis euer Wesen vollstĂ€ndig erneuert ist.

Manche Leute bilden sich ein, sie seien rein und die Reinheit dauere ihr ganzes Leben an, weil sie einmal getauft wurden. Man tauft euch, man wĂ€scht euch von euren SĂŒnden rein, das ist in Ordnung, aber nun sollte man sich das ganze Leben lang bemĂŒhen, das aufrechtzuerhalten, was man euch im Moment der Taufe gegeben hat. Jeden Tag muss man sich reinigen und zwar bewusst, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele. Jeder Mensch muss sein ganzes Leben lang daran arbeiten, die Taufe zu bewahren und sogar zu verstĂ€rken.

Wenn ihr in der Bibel lest, so seht ihr zum Beispiel, wie der Prophet Elias Naaman auftrug, siebenmal in den Jordan einzutauchen, um vom Aussatz geheilt zu werden. Und im Jordan wurde auch Jesus von Johannes dem TĂ€ufer getauft. Die Taufe, die Waschungen haben eine große Bedeutung, doch das hĂ€ngt auch von demjenigen ab, der euch tauft oder euch auffordert, ins Wasser einzutauchen.

Das Wasser ist ein fĂŒr die Reinigung sehr gĂŒnstiges Element weil es Wesen gibt, die darin wohnen, die darin arbeiten und die, wenn man sich wĂ€scht, fĂ€hig sind, bestimmte fluidische Schichten von Unreinheiten verschwinden zu lassen. Es ist gut, in Wasser einzutauchen, aber das Wesentliche ist, dass man dabei bewusst ist und an die Kraft des Wassers glaubt. Und vor allem, wenn das Wasser gesegnet, magnetisiert ist, wenn ein Eingeweihter es geweiht hat, indem er Formeln ausgesprochen hat, ja dann wird es wirken. Aber selbst in diesem Fall ist seine Kraft nicht von ewiger Dauer. FĂŒr eine gewisse Zeit ist die Person von bestimmten Krankheiten oder Fluida, die sie angehĂ€uft hat, befreit, doch einige Zeit spĂ€ter wird sie diese Reinheit von neuem verlieren, weil sie von außen eingewirkt hat. Selbst wenn dieses Wasser eine wunderbare Kraft hatte, dauert seine Kraft nicht ewig an. Die Reinigung ist wirklich dauerhaft, wenn die Person, die gereinigt beziehungsweise von belastenden Wesen befreit wurde, nicht wieder mit den gleichen Fehlern, den gleichen Dummheiten beginnt. Sie selbst muss diese Reinheit durch ihre Gedanken, ihre GefĂŒhle und ihr Tun aufrechterhalten. Ja, dann kann die Reinigung auf unbestimmte Zeit andauern, aber nur unter dieser Bedingung.

Doch um sich durch Wasser wahrhaft reinigen zu können, muss man eine Beziehung zum geistigen, kosmischen Wasser herstellen, das sich jenseits des physischen Wassers befindet. Solange ihr nicht mit diesem Wasser in Kontakt tretet, wird euch die Schicht unreiner Fluida nicht vollstĂ€ndig verlassen. In der Genesis steht, dass Gott die Wasser von oben von den Wassern von unten trennte. Die Wasser von oben stellen das magische Agens dar, durch das die Welt erschaffen wurde, das Astrallicht, das den Raum durchdringt. Das ist das kosmische, ursprĂŒngliche Wasser, in das alle Wesen getaucht sind und in dem sie ihre Nahrung finden. Wir leben in diesem kosmischen Ozean wie die Fische im Meer, doch oft verhindern die Unreinheiten, die unsere inneren Öffnungen verstopfen, dass wir von diesem Wasser ernĂ€hrt und belebt werden. Das Wasser umhĂŒllt uns von allen Seiten. Das Kind, das sich noch im Mutterleib befindet, lebt in einem flĂŒssigen Milieu. Warum? Das ist sehr bedeutungsvoll. Das niedere Wasser unten, das heißt das physische Wasser, ist die Widerspiegelung des höheren Wassers oben; es enthĂ€lt alle Elemente und alle KrĂ€fte des höheren Wassers, doch nur die großen Magier wissen, wie man diese KrĂ€fte schöpft.

Nehmt nun an, ihr möchtet euch reinigen, habt aber kein Wasser. Ihr könnt diese Arbeit dann dennoch durchfĂŒhren, mit Hilfe des Denkens. Ihr stellt euch ein Empfinden von Frische vor, ihr fĂŒhlt, wie das Wasser auf euch herabtropft und all eure Unreinheiten mit sich fortnimmt. Dieses geistige Bad kann euch wirklich reinwaschen. In Wirklichkeit ist das Ă€ußere, physische Wasser nicht das wahre Wasser. Das wahre Wasser muss man innerlich finden. Der Mensch besitzt in sich Quellen lebendigen Wassers, und von eben diesem Wasser sprach Jesus, als er sagte: » … von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen« (Jh 7,38). Das physische Wasser ist nur ein Mittel, um in Verbindung mit dem wahren Wasser zu treten.

In allen Religionen war das Wasser immer von großer Bedeutung. Die Juden tauchten ein in den Jordan, die Hindus in den Ganges, usw. In allen christlichen Religionen ist auch die Taufe von grundlegender Bedeutung. Heutzutage haben die Menschen den Sinn all dieser Praktiken vergessen, und sie wissen nicht mehr, wie man die Verbindung zu den höheren KrĂ€ften herstellt. Doch ihr, meine lieben BrĂŒder und Schwestern, ihr solltet zukĂŒnftig lernen, die Poren eurer Seele zu öffnen, um die spirituellen Elemente des Wassers aufnehmen zu können.

Eines Tages wird man sich schließlich dessen bewusst werden, dass man nicht mehr stolz darauf zu sein braucht, dass man katholisch getauft wurde, denn das reicht nicht aus. Katholisch heißt eigentlich »universell«. Katholisch im eigentlichen Sinne sollte man werden, und zwar ganz bewusst, sein ganzes Leben lang. Man hat euch katholisch getauft, als ihr klein wart, aber man hat euch nicht nach eurer Meinung gefragt. Vielleicht wĂ€rt ihr lieber Taoist geworden oder sonst etwas. Ihr solltet verstehen, was ich euch sage, denn ich fĂŒhre euch zu einem viel umfassenderen VerstĂ€ndnis. Man wurde katholisch, protestantisch oder orthodox getauft, lebt aber kein göttliches, engelhaftes Leben; man lebt ein mittelmĂ€ĂŸiges Leben zwischen Tier und Mensch. Nein, meine lieben BrĂŒder und Schwestern, man darf sich nicht damit zufrieden geben, getauft geworden zu sein. Man sollte sich sagen: »Ich muss jetzt bewusst katholisch werden, das heißt universell, und das bedeutet, es sollte keinen Hass, keine Spaltung mehr in meinem Herzen geben, keine Feindschaft, keine unreinen GefĂŒhle mehr, sondern nur noch die Überzeugung, dass alle Menschen Kinder Gottes sind.«

Im Moment glaubt ihr noch, dass diejenigen, die einer anderen Religion angehören keine Kinder Gottes sind und dass man sie ablehnen muss. Und genau in diesem Punkt seid ihr eben nicht mehr katholisch. Denn wenn ihr wirklich katholisch wĂ€ret, so wĂŒrdet ihr alle Menschen, trotz ihrer unterschiedlichen Ansicht, in der Überzeugung annehmen, dass sie alle Söhne Gottes sind.

2. Das Gleichgewicht zwischen FĂ€higkeit und praktischem Handeln

Wenn mir jemand gegenĂŒbertritt, interessiert es mich sehr, ob es ihm gelungen ist, seinen Verstand, sein Herz und seinen Willen in Einklang zu bringen. Doch was sehe ich hĂ€ufig? Meistens sind die Menschen Dreiecke mit ungleichen Seiten. Manche haben mehr die Seite des Willens entwickelt, was bedeutet, dass sie sich damit begnĂŒgen, die PlĂ€ne der anderen zu verwirklichen. Andere hingegen haben die Seite des Verstandes und die Seite des Herzens mehr entwickelt als die des Willens. Das bedeutet, dass diese Personen viel nachdenken und analysieren, dass sie gleichzeitig sehr feinfĂŒhlig sind, doch wenn es darum geht zu handeln, zu verwirklichen, so warten sie darauf, dass die anderen es an ihrer Stelle tun. Wenn Verstand und Wille stĂ€rker entwickelt sind als das Herz, dann sind diese Personen intelligent, aktiv und energisch, jedoch egoistisch und hart, ohne Liebe oder Mitleid, denn die GefĂŒhlsseite ist bei ihnen ĂŒberhaupt nicht entwickelt. Dort hingegen, wo Herz und Wille stĂ€rker entwickelt sind als der Verstand, sind die Personen sehr gĂŒtig und sehr großzĂŒgig. Sie möchten sich immer aufopfern, machen Dummheiten und lassen sich von den anderen tĂ€uschen.

Die möglichen Kombinationen sind Ă€ußerst zahlreich. Das Wesentliche aber ist zu verstehen, dass wir alle uns darum bemĂŒhen mĂŒssen, gleichseitige Prismen zu werden. Sonst gleicht der Mensch jenen Tieren, die sich zusammengetan haben, um eine Last zu transportieren. Das waren ein Krebs, ein Adler und ein Maulwurf. NatĂŒrlich zog der Adler nach oben, der Maulwurf nach unten und der Krebs nach hinten. Und die Last liegt immer noch da!

Herz, Verstand und Wille in Einklang zu bringen und sie in die gleiche Richtung zu lenken, ist ein Privileg, das nur selten Sterblichen zuteil wird. Und jenen, die das erreicht haben, ist es gelungen, das Gebot Jesu anzuwenden: »Seid vollkommen, wie euer Himmlischer Vater vollkommen ist.« Das ist also das Ideal des wahren Eingeweihten, er hat kein anderes Ideal. Er möchte vollkommen sein wie sein Himmlischer Vater, und als NÀchstes möchte er diese Vollkommenheit, die er im Himmel kontempliert hat, auf der Erde herstellen.

Unsere heutige Kultur hat, indem sie die TĂ€tigkeiten des Verstandes denen des Herzens entgegensetzt, dem Verstand den Vorrang eingerĂ€umt, das heißt, die Wissenschaft ĂŒber die Religion gestellt. Der Gegensatz Wissenschaft-Religion wird sich auflösen, wenn der Mensch dank der IntensitĂ€t des höheren Lebens neue FĂ€higkeiten entwickeln wird, die sowohl seine objektive als auch sein subjektive Wahrnehmung des Universums erweitern.

Stellt euch einen Menschen vor, der in einer Kugel eingeschlossen ist; sie erscheint ihm konkav, wĂ€hrend sie fĂŒr einen anderen Menschen, der sich außerhalb von ihr befindet, konvex erscheint. Die beiden streiten sich und halten sich gegenseitig fĂŒr Ignoranten! Derjenige, der innerhalb der Kugel ist, das ist der ReligionsanhĂ€nger, der das Leben im Inneren ganz subjektiv wahrnimmt, das heißt mit dem Herzen, mit dem GefĂŒhl. Derjenige, der außen ist, das ist der Wissenschaftler, der alles Äußere auf objektive Weise studiert. Zwischen Religion und Wissenschaft herrscht auf diese Art ein jahrhundertelanger Kampf. Wer sieht die Wahrheit? Beide, doch jeder von ihnen nur zu fĂŒnfzig Prozent! Deshalb kommt ein dritter Beobachter und sagt: »Die Kugel ist gleichzeitig konkav und konvex.« Die beiden anderen Ă€rgern sich darĂŒber und nennen dies unsinnig, doch dieser Dritte ist ein Weiser, der die Wahrheit gefunden hat.

Seit Jahrhunderten geben die Menschen abwechselnd dem Herzen und dem Verstand den Vorrang. Die sensiblen Leute fĂŒhren alles auf ihre eigenen Empfindungen zurĂŒck, und diese Empfindungen sind oft krankhaft, fehlerhaft. Sie sind selbstverstĂ€ndlich Wirklichkeit, doch diese Wirklichkeit betrifft nur sie selbst. Wenn euch jemand seine Empfindungen offenbart, so betrifft dies nur seinen besonderen Fall und nicht das gesamte Universum und auch nicht die Geschöpfe, die darin wohnen. Und die anderen, welche nur mit ihrem Verstand reagieren und die Dinge studieren und sie erklĂ€ren, haben keine erlebten Erfahrungen. Also verfĂŒgen weder die einen noch die anderen ĂŒber die Wahrheit und können weder Vorbilder noch FĂŒhrer fĂŒr die Menschheit werden. Um die vollstĂ€ndige Wahrheit finden zu können, muss man beides vereinen; und das eben können die großen Meister. Deshalb sind sie die einzigen, die wirklich die Wahrheit sagen können, wĂ€hrend die anderen sich stĂ€ndig herumstreiten. Bald gewinnt die Religion gegen die Wissenschaft, bald gewinnt die Wissenschaft gegen die Religion. In unserer Epoche rĂ€cht sich die Wissenschaft: Jahrhundertelang wollte man sie ausrotten, indem man sagte, sie kĂ€me vom Teufel, doch jetzt rĂ€cht sie sich und die Religion ist geschlagen. Und um nicht eingestehen zu mĂŒssen, besiegt worden zu sein, wollte nun auch der Klerus seinerseits sich eine intellektuelle Orientierung geben. Er wurde kalt und starr und versteht es nicht mehr, Begeisterung fĂŒr das Göttliche zu vermitteln. Nun verlĂ€sst man ihn und glaubt nicht mehr an ihn.

TatsĂ€chlich gibt es zwei Arten von Gedanken und zwei Arten von GefĂŒhlen; die einen sind niederer Natur und die anderen sind höherer Natur. Auf der Kausalebene, die ĂŒber der Astral- und Mentalebene liegt und auf der die Gedanken und GefĂŒhle miteinander vermischt sind, ist es möglich, gleichzeitig zu fĂŒhlen und zu verstehen. Das ist eine unerreichbare Wahrheit fĂŒr die meisten Menschen, die von ihrer eigenen Struktur noch beinahe nichts kennen, außer vielleicht einigen Manifestationen ihres physischen Körpers, ihres Astralkörpers und ihres niederen Mentalkörpers. Aber dass es höhere Möglichkeiten des Denkens, FĂŒhlens und Handelns gibt, davon haben sie keine Ahnung. Nur wer in diesem Bereich Erfahrungen gemacht hat und Ekstasen erlebt hat, kennt diesen Zustand, in dem das Denken aufhört, wĂ€hrend eine andere FĂ€higkeit erwacht, die gleichzeitig Empfindung und VerstĂ€ndnis ist, jedoch ohne das Eingreifen des Denkens. FĂŒr mich ist das alles sehr klar, weil mir der Himmel die Möglichkeit gegeben hat, diese ZustĂ€nde zu erleben. Ich habe gesehen, ich habe berĂŒhrt, ich habe verstanden. Die Schwierigkeit beginnt dann, wenn man diese Emotionen, diese Empfindungen erklĂ€ren soll, diese Minuten des Lebens aus einer anderen Dimension. Ich finde keinen bildhaften Vergleich, damit ihr besser versteht, was ich meine. Ich möchte wenigstens, dass ihr Folgendes versteht: Glaubt nicht, ihr könntet diese Dinge ausschließlich mit dem Verstand erkennen. Ihr solltet von jetzt an einen höheren Verstand erwecken, der im selben Augenblick dann nicht mehr Verstand ist, sondern Geist. Und um in der FĂŒlle zu fĂŒhlen, sollte man nicht nur das Herz erwecken, sondern auch die Seele.

Man lĂ€sst zu, dass Herz und Verstand sich stĂ€ndig streiten, anstatt zu begreifen, dass sie notwendig, dass sie nĂŒtzlich sind, aber nicht ausreichen und man eine dritte FĂ€higkeit finden muss: die Intuition. Die Intuition ist gleichzeitig Intelligenz und Empfindung auf einer höheren Stufe. Die Intuition gibt euch zu hundert Prozent die Wahrheit und ist der Hellsicht ĂŒberlegen, denn Hellsicht ist nichts anderes als das Schauen der objektiven Seite der Astral- oder Mentalebene: Ihr schaut und seid entsetzt oder erstaunt, doch ihr lebt es nicht. Mit der Intuition hingegen seht ihr nichts, aber ihr versteht die Dinge, so als wĂŒrdet ihr sie zehnmal besser sehen, und ihr lebt sie, ihr fĂŒhlt sie. Intuition steht also ĂŒber der Hellsicht, und sie ist es, die Erleuchtung bringt.

Die Arbeit betrifft die drei Welten: die physische, die spirituelle und die göttliche Welt, das heißt die physische, materielle Ebene, dann die Ebene der GefĂŒhle, der Emotionen, und dann die Ebene des Denkens, des Geistes. Ihr solltet also wissen, dass es bis zum Gipfel hinauf Arbeit gibt und dass man sie gleichzeitig auf allen drei Ebenen ausfĂŒhren kann: physische Arbeit, spirituelle Arbeit und göttliche Arbeit. Man muss sie aufeinander abstimmen, damit die physische Arbeit in Harmonie mit allen anderen Arbeiten ist und nicht das ganze GefĂŒge zerstört, und umgekehrt.

Wenn man, wie manche indische Sadhus nur die Meditations- und Kontemplationsarbeit machen will und die physische Arbeit vollstĂ€ndig vernachlĂ€ssigt, dann entstehen Anomalien, denn der Mensch ist dafĂŒr geschaffen, in allen drei Welten zu leben, und jede richtig verstandene TĂ€tigkeit in einer Welt hilft den TĂ€tigkeiten in den beiden anderen Welten. Deshalb schaffen wir keine dieser TĂ€tigkeiten ab, weil sonst der Mensch verstĂŒmmelt wĂ€re und nicht vor den Ewigen treten könnte als ein Wesen, das auf allen drei Ebenen die Möglichkeiten entwickelt hat, die er von Ihm bekommen hat. Wenn er auf einer dieser Ebenen schwĂ€chlich wird, schadet dies der TĂ€tigkeit der beiden anderen Funktionen. Wenn man sich nur auf der physischen Ebene ĂŒbt und niemals auf der Mentalebene, dann spiegelt sich das schließlich auch auf der physischen Ebene wider und umgekehrt. Das ist ein Wissen, das euch sehr helfen wird.

Das Ziel der Universellen Weißen Bruderschaft ist nicht, hier und dort irgendwelche religiösen oder philosophischen Richtungen nachzuahmen. Die Universelle Weiße Bruderschaft hat die Aufgabe neue, vollkommene, vollstĂ€ndige Menschen zu schaffen. Man sollte sich von diesen begrenzten Philosophien trennen, mit denen man nur einen kleinen Teil vom Menschen entwickeln kann und die zudem UnzulĂ€nglichkeiten und MĂ€ngel in ihm zurĂŒcklassen. Die wahre Philosophie, die sich ĂŒber die ganze Welt ausbreiten wird, muss eine Philosophie der FĂŒlle sein. Der Mensch sollte stark, geschmeidig und widerstandsfĂ€hig auf der physischen Ebene sein, er sollte voller Liebe, GĂŒte und Nachsicht im Herzen sein und schließlich sollte er einen leuchtenden und scharfsinnigen Verstand besitzen, um die Gesetze des Universums und des Lebens zu verstehen. Dies ist das Ideal der neuen Menschen. Was die anderen denken, glauben oder predigen, das interessiert uns nicht. Wir sind da, um zu sagen, dass der neue Mensch ein perfektes Wesen sein soll, fĂ€hig, um Arbeiten auf der physischen Ebene, auf der spirituellen Ebene und sogar noch höher oben in den Bereichen der göttlichen Ebene zu verrichten. Wenn auch die UniversitĂ€ten der Welt das Ideal vermitteln, man mĂŒsse Gelehrter, Wissenschaftler oder Spezialist in dem einen oder anderen Bereich werden, so hĂ€lt sich die göttliche Schule damit nicht auf. Sie kann die Menschen sehr viel höher hinauffĂŒhren, damit sie QualitĂ€ten entfalten können, die ĂŒber dem Verstand, im Kausalkörper, liegen und die ihnen unermessliche Möglichkeiten in Bezug auf Weisheit, Liebe und StĂ€rke geben werden.

Das Gleichgewicht, das der Mensch erlangen sollte, ist nur möglich durch die harmonische Entwicklung aller seiner FĂ€higkeiten in allen Bereichen. Deshalb hat der Meister in einer tabellarischen GesamtĂŒbersicht den Aufbau des menschlichen Wesens dargestellt, zusammen mit den TĂ€tigkeiten, die diesem Aufbau entsprechen. Im brĂŒderlichen Leben, wie es der Meister empfiehlt, werden alle diese TĂ€tigkeiten praktiziert.

Tabellarische GesamtĂŒbersicht des Aufbaus des menschlichen Wesens

Ihr seht, dass sich diese Tafel aus fĂŒnf senkrechten Spalten zusammensetzt.

In der ersten Spalte findet man die »Prinzipien«, aus denen der Mensch besteht: physischer Körper, Wille, Herz, Verstand, Seele und Geist.

In der zweiten Spalte seht ihr »Ideal« eingetragen, denn jedes Prinzip strebt nach einem Ideal. Herz, Verstand und Seele haben ein Ideal, das selbstverstĂ€ndlich fĂŒr jedes Prinzip anders ist.

Damit jedes Prinzip sein Ideal erreichen kann, muss es gespeist, genĂ€hrt, gestĂ€rkt werden und man muss ihm die Möglichkeit fĂŒr seinen Fortbestand geben, damit es sich weiterhin manifestieren kann. Deshalb trĂ€gt die dritte Spalte die Bezeichnung »Nahrung«.

Schließlich sind die beiden letzten Spalten dem »Zahlungsmittel« gewidmet, d. h. dem Preis, den man zahlen muss, um diese Nahrung zu erhalten und der »TĂ€tigkeit«, die man einbringen muss, um dieses »Zahlungsmittel« zu erhalten.

3. Die Verbindung mit der Quelle des Lichtes

WĂŒrdet ihr die Bedeutung des Lichtes kennen, dann kĂ€me es fĂŒr euch nicht immer an letzter Stelle. Wenn ihr das Licht findet, manifestiert es sich in euch auf eine wunderbare Weise und lĂ€sst euch als Erstes den Geschmack an den Dingen finden. Was immer ihr auch macht, ob ihr esst, trinkt, spazieren geht oder lest, ihr werdet fĂŒhlen, dass alles einen köstlichen, vorzĂŒglichen, wĂŒrzigen Geschmack annimmt. Verliert ihr aber das Licht, dann verliert ihr auch den Geschmack. Denn wenn man das Licht verliert, verliert man alles. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, so taugt es nur noch dazu, mit den FĂŒĂŸen zertreten zu werden. Wenn ihr euer Licht verliert, werdet ihr von den Ereignissen und von euren SchwĂ€chen zermalmt, denn ihr habt den kostbarsten Reichtum vernachlĂ€ssigt.

Um diesen »Geschmack« im Inneren zu bewahren, muss man sich mehrmals am Tag mit dem göttlichen Prinzip verbinden, dessen Symbol das Licht ist.

Womit ihr euch auch immer beschĂ€ftigt, ihr solltet euch angewöhnen, mehrere Male am Tag – und wenn es nur fĂŒr ein oder zwei Minuten ist – die Verbindung mit Gott wiederherzustellen. Nicht die Dauer der Konzentration zĂ€hlt, sondern die IntensitĂ€t. Ihr konzentriert euch einen Moment, dann hört ihr wieder auf; ein wenig spĂ€ter konzentriert ihr euch von neuem einen Moment, usw.

Wenn ihr euch bestĂ€ndig darin ĂŒbt, die Verbindung mit Gott wiederherzustellen, so werdet ihr alles, was ihr unternehmt, besser machen als zuvor. Wenn man sich vor jeder Arbeit, vor jeder BeschĂ€ftigung mit Gott verbindet, drĂŒckt sich das Siegel des Ewigen all unseren Handlungen auf. Ihr solltet euch also stĂ€ndig, wo immer ihr auch seid, mit Gott verbinden, denn auf diese Weise ist jede eurer Handlungen von einem himmlischen Einfluss durchdrungen.

Macht folgende Übung: Sprecht jede Stunde die Formel »Ehre sei Dir, o Herr!« und richtet eure Gedanken auf Gott. Macht am Anfang diese Übung zwölf Mal am Tag mit Hilfe eurer Uhr. SpĂ€ter, wenn euch diese Übung dann zur Gewohnheit geworden ist, wird sie fĂŒr euch so kostbar sein, dass nichts die Freude beschreiben kann, welche euch diese Formel bringt.

Diese Verbindung zur Quelle erzeugt einen Zustand der Sicherheit, gleich dem der Kinder und fĂŒhrt den Menschen zur spirituellen Reife, welche die Gegenwart des Heiligen Geistes in ihm gibt.

Die schlimmsten Schwierigkeiten und Leiden beginnen dann fĂŒr den Menschen, wenn er meint, er wĂ€re nur auf sich selbst gestellt und es gĂ€be weder die Vorsehung noch die unsichtbare Welt, um ihn zu unterstĂŒtzen. Im selben Augenblick durchschneidet er alle Verbindungen zwischen sich und der unsichtbaren Welt. Er ist nicht mehr das Kind, das geschĂŒtzt ist vor Sorgen und Leiden, denn er zĂ€hlt nicht mehr auf seinen Himmlischen Vater und auf seine Göttliche Mutter. Alle Sorgen beginnen ĂŒber ihn hereinzubrechen, weil er aufhört, sich als Kind Gottes zu fĂŒhlen. Wenn man sich als Kind Gottes fĂŒhlt, lösen sich alle Schwierigkeiten auf. Der Himmel lĂ€sst sein Kind nie einsam weinen. Die Eingeweihten verlassen niemals den Herrn, sie wollen niemals unabhĂ€ngig werden, sondern immer von der Gottheit ernĂ€hrt, unterwiesen und beschĂŒtzt werden.

Bleibt also Kinder, sucht ununterbrochen die Hilfe eurer göttlichen Eltern. Wendet euch ihnen zu mit Demut, Hingabe, Vertrauen, Treue, Anbetung. Denn diese Einstellung zieht den Heiligen Geist an und auf diese Weise wird aus dem Kind wahrhaft ein Erwachsener. Um erwachsen zu werden, muss der Heilige Geist vom Menschen Besitz ergreifen; die Kraft des Geistes macht den Menschen erwachsen. Doch dieser Erwachsene hÀlt sich immer an seinem Vater und seiner Mutter im Himmel fest. Und trotz aller Lasten, welche die unsichtbare Welt ihm anvertraut, da er ja erwachsen ist, lebt er wie ein Kind in der Freude, im Frieden, im Trost, denn der Himmel gibt ihm Zugang zu all seinen Segnungen.

Solange die Menschen ungehorsame, störrische Kinder oder frĂŒhreife Erwachsene bleiben, können sie keine Kinder Gottes sein, die liebevoll umsorgt und verwöhnt werden und ein himmlisches Leben mit einer göttlichen TĂ€tigkeit fĂŒhren.

Die besten Arbeitsmethoden:

Das Licht

GlĂŒckselig sind diejenigen, die in ihrem Kopf, in ihrer Seele, in ihrem Herzen, in ihrem Geist dem Licht Raum geben. Und wenn ich vom Licht spreche, so spreche ich natĂŒrlich nicht nur vom physischen Licht, denn das physische Licht kann jedermann haben. Ich spreche vom geistigen Licht, das den Menschen, wenn es ihn vollstĂ€ndig durchdringt, erleuchtet. Aber die Erleuchtung ist der letzte Grad der Einweihung, wenn das Licht jede Zelle des Eingeweihten derart durchdrungen hat, dass es beginnt, ĂŒber seinem Kopf zu leuchten. Das geistige Licht, das innere Licht ist der ganze Reichtum der Eingeweihten. Mit diesem Licht können sie alles erlangen.

Ihr bittet mich manchmal, euch eine Arbeitsmethode zu empfehlen. Wenn ihr noch keine besitzt, so wĂ€hlt die Methode mit dem Licht. Denkt an das Licht, sehnt es herbei, arbeitet wie es. Ihr werdet im Licht ein ganzes Universum entdecken. Als ich meinen ersten Vortrag hielt, sprach ich ĂŒber das Licht, und ich spreche immer noch von ihm, denn es ist ein ewiges Thema, eine unerschöpfliche Quelle, ein großartiges Buch, aus dem wir alle unsere Erfahrungen schöpfen können.

Verwendet das Prisma als Arbeitsmethode, denn der Mensch muss zu einem Prisma werden, zu einem gleichseitigen Dreieck, das heißt, zu einem Wesen, das fĂ€hig ist, fehlerfrei zu handeln, zu fĂŒhlen und zu denken. Wenn er zu einem solchen Prisma geworden ist, wird Gott, das heißt das Licht, durch ihn hindurchscheinen und sich in sieben herrliche Farben aufteilen, welche die wohltuendsten KrĂ€fte der Natur sind.

Die Aura.

Wenn ihr beschĂŒtzt sein und den anderen helfen wollt, im Licht zu leben, dann meditiert ĂŒber die Aura. Stellt euch vor, dass ihr von Farben umgeben seid, von Violett, von Indigo, Blau, GrĂŒn, Goldgelb, Orange und Rot, und dass diese Farben um euch herum eine unermessliche, intensive, vibrierende, leuchtende Aura bilden. Durch diese Aura kann nichts Unreines, SchĂ€dliches oder Finsteres hindurchdringen, und außerdem gelingt es euch dank ihrer auch noch die Herrlichkeit der göttlichen Welt zu erkennen. Ihr könnt in diesem kosmischen Ozean der Liebe und der GlĂŒckseligkeit trinken, euch sĂ€ttigen, atmen und darin schwimmen. Doch um so eine Aura zu bilden, reicht es nicht aus, dass man sich um sich herum Farben vorstellt, denn sie werden nicht lange anhalten, wenn sie nicht von QualitĂ€ten und Tugenden unterstĂŒtzt werden. Da jede Farbe symbolisch fĂŒr eine gute Eigenschaft und eine Tugend steht, können die Farben der Aura nur erhalten bleiben, wenn sie mit den ihnen entsprechenden Tugenden versorgt und genĂ€hrt werden. Aus diesem Grund gaben die Eingeweihten Anordnungen und Methoden, um eben diese Tugenden entwickeln zu können, die sich dann als Farben, als Lichter ausdrĂŒcken.

Die Arbeit mit der Aura, mit dem Licht ist die LieblingsbeschĂ€ftigung der Eingeweihten, denn sie ist universell, unendlich, unpersönlich und die segensreichste. Man verbreitet das Licht und das Licht berĂŒhrt jedes Bewusstsein, jedes Geschöpf, und frĂŒher oder spĂ€ter gewinnt man deren Freundschaft, deren Liebe. Man kommuniziert mit dem Himmel, man berĂŒhrt den Gipfel des Universums; man erweckt in sich die Ă€therischen Zentren, die Chakras, durch die man die Mysterien des Universums fĂŒhlt und begreift. Und außerdem wird man stĂ€rker, um die KrĂ€fte der Natur zu beherrschen. Dann erblicken die Geister oben, welche die Erde beobachten, auf der sie nur Finsternis sehen inmitten dieser Finsternis einen Eingeweihten, einen SchĂŒler, der leuchtet, der Lichtstrahlen aussendet. Sie nĂ€hern sich ihm, um sich seiner anzunehmen, sie gießen ihn wie eine Blume, sie nĂ€hren und erleuchten ihn.

Dieser Text stammt aus dem Buch »Die neue Religion« von Omraam Mikhael Aivanhov, Kapitel 7: »Ein neuer Typ Mensch: die symbolische Bedeutung des Prisma«.