An die Jugend und die Familien

Schon in fr├╝her Jugend sollte man sein Leben einer Idee weihen.

Erst wenn die Menschen alles verloren, alles vergeudet haben, wenn sie bankrott sind, entschlie├čen sie sich, sich dem Herrn zu weihen. Nur, der Herr braucht keine Invaliden. Er braucht die Menschen, solange sie jung, stark und f├Ąhig sind. Aber alle denken, wenn sie jung sind, zuerst daran, sich zu vergn├╝gen. Sie sagen: ┬╗Solange ich jung bin, m├Âchte ich auch davon profitieren, m├Âchte ich mein Leben leben.┬ź Zu diesem Zeitpunkt ist nicht daran zu denken, sie f├╝r eine g├Âttliche Arbeit zu gewinnen. Wenn sie sich jedoch v├Âllig verausgabt haben, wenn sie wurmstichig, steif vor Rheumatismus, gel├Ąhmt und verkalkt sind, dann kommen sie und sagen: ┬╗Herr, brauchst Du mich? Ich m├Âchte Dir dienen.┬ź Alles ist dahin: die Gesundheit, die Kr├Ąfte, die Haare, die Z├Ąhne, alles. Sie haben nichts mehr und dann sagen sie: ┬╗Herr, kannst Du mich brauchen?┬ź Der Herr schaut sich dieses Alteisen an und kratzt sich am Kopf. Und selbst Er wei├č nicht, was Er mit all dem anfangen soll! Solange man jung ist, muss man sich dem Himmel weihen.

Doch der Idealismus der Jugend muss von den Erkenntnissen der Einweihungswissenschaft unterst├╝tzt werden.

Alle sagen, dass in der Welt nichts mehr richtig l├Ąuft. Alle reden und schreiben dar├╝ber, dass Ver├Ąnderungen notwendig sind, aber niemand zeigt echte L├Âsungen auf. Es gibt zu viele Worte, zu viele B├╝cher. Was fehlt, ist der Zement, der die Menschen verbindet: die Liebe. Die jungen Leute versuchen zurzeit ├╝berall Bewegungen, Vereinigungen und Gemeinschaften zu gr├╝nden. Sie sind Feuer und Flamme daf├╝r, es ist gro├čartig! Aber da sie nicht wirklich Bescheid wissen, haben sie keine Ahnung, wie sie es richtig anstellen sollen. Sie st├╝rzen sich in diese Unternehmungen, ohne zu wissen, wie kompliziert und schwierig die menschliche Natur ist. Und nach einiger Zeit geraten sie aneinander, diskutieren, machen sich gegenseitig fertig, trennen sich und merken dabei, dass sie es nicht besser machen als die Erwachsenen, die sie kritisierten. Es ist wunderbar, die Welt ver├Ąndern zu wollen, aber es ist notwendig, dass man in der Einweihungswissenschaft unterwiesen ist, sonst stellt man nur Versuche an, die keine Fr├╝chte tragen.

Es ist gut, den anderen helfen zu wollen, aber zuerst muss man sich selbst weiterentwickeln, verstehen, dass man ihnen nur helfen kann, wenn man sich F├Ąhigkeiten und Kenntnisse erarbeitet hat und dass man nichts tun soll, das man nicht kann, weil man es noch nicht gelernt hat.

Jede Aktion kann mit dem Abwickeln einer Zwirnspule, bestehend aus F├Ąden in unterschiedlichen Farben verglichen werden. Am Faden ziehen und ihn abwickeln ist eine Aktion, aber dieser Faden wird immer nur das sein, was er schon war, als er aufgerollt war. Es ist unm├Âglich, irgendetwas anderes durch Zauberkunstst├╝cke zu erreichen.

Wenn ihr euch in eurem Kopf nicht mit Hilfe der Weisheit vorbereitet habt, so erhofft euch auch nicht, die Weisheit aus eurem Gehirn herausholen zu k├Ânnen. Viele Menschen bilden sich ein, sie k├Ânnten Weisheit und Reinheit zum Ausdruck bringen, ohne innerlich diese Tugenden jahrelang vorbereitet zu haben. Das ist unm├Âglich. Darin soll man sich nicht t├Ąuschen. Wenn man nicht lange an seinem eigenen Herzen gearbeitet hat, ist man auch unf├Ąhig, den anderen etwas zu geben. Wie k├Ânnt ihr Licht, Wissen, Sch├Ânheit, Reinheit, Reichtum geben, wenn ihr das alles nicht selber besitzt?

Es war einmal eine Eichel, die sagte zu einer alten Eiche: ┬╗Ich bin so mit Liebe erf├╝llt, dass ich nun der Menschheit helfen werde.┬ź Aber die alte Eiche antwortete: ┬╗Begib dich ein bisschen in die Erde hinunter, damit du dich weiterentwickelst. Du wirst sehen, danach wirst du viel n├╝tzlicher sein, du wirst wachsen, du wirst den V├Âgeln Schutz bieten, du wirst die Schweine ern├Ąhren, du wirst den Menschen Schatten spenden, du wirst die Maler inspirieren.┬ź ÔÇô ┬╗Du bist alt┬ź, sagte die Eichel, ┬╗du faselst etwas daher, du verstehst nichts, ich werde den Menschen helfen.┬ź Und bereit, sich in ihre menschenfreundlichen Unternehmungen zu st├╝rzen, setzte sie sich an den Stra├čenrand. Da kam aber ein Schwein vorbei, sah sie und fra├č sie auf. So endete also die G├╝te dieser armen kleinen Eichel.

Wenn man mit kleinen Dingen beginnt, kann man auch gro├če verwirklichen. Und das Allerkleinste, das aber von unermesslicher Tragweite ist, hei├čt das Ideal der Vollkommenheit in sich zu tragen.

Man sollte nicht abrupt die gro├čen Dinge in Angriff nehmen und von heute auf morgen Berge versetzen wollen, denn so etwas endet immer mit einer Entt├Ąuschung. Wenn ihr einen tiefen und breiten Abgrund ├╝berspringen wollt, so fallt ihr hinein, und wenn ihr wieder aufsteht ÔÇô das hei├čt, wenn ihr ├╝berhaupt jemals wieder aufsteht ÔÇô, habt ihr so einen Schock, dass ihr von da an darauf verzichtet, auch nur die geringsten Anstrengungen zu unternehmen. Wenn ihr hingegen lernt, einen f├╝nfzig Zentimeter breiten Graben zu ├╝berspringen, danach einen mit einem Meter usw., werdet ihr sehr weit kommen, denn nach und nach bekommt ihr Vertrauen in euch. Wie viele Methoden habe ich euch in den Vortr├Ągen vorgestellt! Ein Wort aussprechen, eine Geste ausf├╝hren usw.! Ihr habt sie nicht angewandt, weil sie euch zu unbedeutend erschienen. Aber genau diese Methoden, k├Ânnten euch sehr weit voranbringen. Die grandiosen Unternehmungen bringen euch nicht weit, sie zerst├Âren euch. Ich treffe viele, durch magische Praktiken zu Fall gebrachte Personen: Sie wollten von heute auf morgen Berge versetzen!

Erinnert euch, was Jesus ├╝ber das Senfkorn sagte: ┬╗Das ist das kleinste unter allen Samenk├Ârnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es gr├Â├čer als alle Kr├Ąuter und wird ein Baum, so dass die V├Âgel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen┬ź (Mt 13,32). Es z├Ąhlt also nicht die Gr├Â├če oder die Kleinheit des Samens, sondern seine Kraft. Man kann das Senfkorn als einen Gedanken oder ein Gef├╝hl deuten, die scheinbar nicht wahrnehmbar sind, die aber, wenn sie intensiv sind und man ihnen die richtigen Bedingungen schafft, die Macht haben, gigantische Dinge zu verwirklichen. ┬╗Die V├Âgel des Himmels finden in seinen Zweigen Unterschlupf┬ź, sagt Jesus. Die V├Âgel sind die Geister der unsichtbaren Welt, die mit dem Menschen Verbindung aufnehmen und sogar Unterschlupf in ihm finden.

Das hohe Ideal

Macht euch das h├Âchste Ideal zu Eigen. Sagt niemals: ┬╗Ich bin unf├Ąhig, ich bin nicht entwickelt, ich gebe auf.┬ź Selbst wenn euer Ideal nicht zu verwirklichen und unerreichbar ist, erhaltet es euch. Gerade weil es unerreichbar ist, ist es das wunderbarste. Alles, was erreichbar ist, ist nicht zu viel n├╝tze. Die ganze Welt klammert sich an das, was sie ganz einfach erlangen kann, ich aber, deformiert wie ich bin, habe mich auf etwas gest├╝rzt, wovon ich schon im Voraus wei├č, dass ich es niemals verwirklichen werde, weil es zu gro├č, zu hoch angesetzt ist. Ja, ja, das spornt mich an, das gibt mir Poesie und Enthusiasmus. Wenn ich mich an Verwirklichungen klammere, die n├Ąher liegen, w├╝rde ich meinen Enthusiasmus verlieren. Die Psychologie hat diesen Aspekt noch nicht gen├╝gend erforscht. Ihr sagt, das sei doch keine Psychologie. Doch, genau das ist wahre Psychologie. Also, fragt euch nicht, ob ihr f├Ąhig oder unf├Ąhig seid. Arbeitet daran, das g├Âttliche Leben, die g├Âttliche Liebe auszustr├Âmen.

Das hohe Ideal ist der m├Ąchtigste Schutz.

Wenn ihr euch dazu entschlie├čt, an eurem Lichtk├Ârper zu arbeiten, ein g├Âttliches Ideal zu formen und an der unermesslichen Arbeit f├╝r das Reich Gottes teilzunehmen, habt ihr schon ein Bild in eurem Kopf und ihr seid dabei, an ihm zu arbeiten, damit es sich konkretisiert. Ihr werdet dann wie ein Gef├Ą├č, das sich den vergifteten und sch├Ądlichen Str├Âmungen des Lebens verschlie├čt und sich nur allen wohltuenden Str├Âmungen ├Âffnet. Diese Auslese trifft euer Unterbewusstsein, ganz einfach weil ihr euch dazu entschlossen habt, zum Ruhme Gottes zu arbeiten. Nach einiger Zeit empfangt ihr nur noch die wundervollsten Elemente der Natur. Sogar die Sterne sind euch wohlgesonnen, alles Gute ergie├čt sich in euch hinein wie in ein Sammelbecken und ihr werdet zu einem g├Âttlichen und kostbaren Kelch.

Man muss sich ganz klar ein Ziel setzen und sich danach ausrichten.

Manche jungen Leute haben mich gefragt, ob sie in irgendeine abgelegene Gegend Afrikas oder Asiens gehen sollten, um dort ihr Leben zu verbringen. Wenn sie dorthin gehen, um die Bev├Âlkerung zu betreuen oder um sie zu unterrichten wie die Missionare, w├╝rden sie Schwierigkeiten die Stirn bieten und neue Probleme entdecken, und das ist durchaus interessant. Aber wenn sie dorthin gehen, nur um Abenteuer zu erleben, dann k├Ânnen sie das genauso gut auch hier haben.

Man kann hingehen, wohin man will, sogar in die H├Âlle hinunter, aber unter der Bedingung, dass man eine Idee, ein bestimmtes Ziel hat. Die Frage der Festlegung eines Zieles hat einen magischen Aspekt, der von h├Âchster Wichtigkeit ist. Wenn ihr ein Vorhaben aus einem ganz bestimmten Grund durchf├╝hrt, entsteht ein Austausch zwischen euch und dem Vorhaben, auf das euer Denken gerichtet ist, und alles ordnet sich, damit ihr das finden k├Ânnt, wonach ihr sucht. Das ist ein Gesetz. Deshalb fordert man Unf├Ąlle heraus, wenn man sich in Abenteuer st├╝rzt, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben: Man kehrt sehr entt├Ąuscht zur├╝ck oder kehrt sogar ├╝berhaupt nicht mehr zur├╝ck. Macht euch keine Illusionen. Damit ihr tats├Ąchlich etwas verwirklicht, muss alles in eurem Kopf oder in eurer Seele klar und deutlich sein. Dann werden euch alle Gesetze des Universums bei der Verwirklichung eurer Vorhaben helfen.

Alles, was man sich w├╝nscht, verwirklicht sich…

Alles, was ihr euch w├╝nscht, alles, was ihr denkt, alles, was ihr euch vorstellt, ist in einer sehr feinstofflichen Region schon verwirklicht, und wenn ihr lange in diesem Sinne weiterarbeitet, nehmen diese Verwirklichungen, die zun├Ąchst nur in der unsichtbaren Welt existieren, immer mehr auf der physischen Ebene Gestalt an, und danach ist es sehr schwierig, sich ihrer Materialisation entgegenzustellen, ob es sich nun um Gutes oder B├Âses handelt. Das B├Âse wird widerstandsf├Ąhig und best├Ąndig und das Gute auch. Ihr kommt davon nicht mehr los. Ich wei├č, dass sehr wenige glauben werden, was ich euch hier enth├╝lle. Sie werden sagen: ┬╗Aber es ist doch unm├Âglich, dass das, was man sich w├╝nscht, sich schon verwirklicht hat!┬ź Doch! Immer wenn ihr betet und wenn ihr um das Erhabenste und das G├Âttlichste bittet ÔÇô selbst wenn ihr danach denkt: ┬╗Nichts zu machen, man hat mich nicht erh├Ârt, man hat mir nicht einmal zugeh├Ârt┬ź, ÔÇô sind in Wirklichkeit schon wunderbare Wesen da, schl├╝pfen in euch hinein und lassen sich in euch nieder. Ihr f├╝hlt sie nur nicht und freut euch nicht ├╝ber ihre Anwesenheit. Aber ihr solltet trotzdem weiterbeten und Geduld haben. Eines Tages wird sich alles verwirklichen, was ihr euch gew├╝nscht habt.

… aber der Weg, den die unsichtbare Welt uns gehen l├Ąsst, um das zu erlangen, was wir uns w├╝nschen, wird uns unabl├Ąssig in Erstaunen versetzen.

Fr├╝her oder sp├Ąter werden alle empfangen, was ihren W├╝nschen entspricht. Wenn ihr w├Ąhrend des Wartens das Gegenteil dessen empfangt, was ihr eurer Meinung nach verdient habt und was ihr wolltet, verliert nicht den Mut, sondern denkt nach, um den Grund daf├╝r herauszufinden. Ihr bittet um Ruhm und ihr empfangt Schande. Ihr bittet um Milde und ihr empfangt Stockschl├Ąge. Ihr bittet um Liebe und Hass durchdringt euch. Vielleicht ist dies die Vorhersage daf├╝r, dass sich das, worum ihr gebeten habt, euch schon n├Ąhert, weil ihr zuerst diesen Weg gehen m├╝sst, um das zu erreichen.

Aber eines Tages erlangt ihr schlie├člich den Himmel, um den ihr gebeten habt. Man muss oft durch das Entgegengesetzte hindurchgehen, um alles mehr zu sch├Ątzen und absolute Kriterien f├╝r alles zu entwickeln. In der Geschichte wird von solchen F├Ąllen bei den Heiligen berichtet. Wenn euch so etwas widerf├Ąhrt, macht euch keine Sorgen, gebt euch damit zufrieden, eine Erfahrung zu machen und richtet weiterhin eure Gedanken auf euer hohes Ideal.

Wahre Spiritualit├Ąt ist weder ein ├Ąu├čeres Verhalten noch eine Flucht, sondern eine Kraft, die man inmitten der Probleme des Lebens entwickelt.

Es waren einmal zwei Br├╝der: der eine war Schuster in einer Stadt und der zweite lebte einsam in einem Wald in den Bergen, wo er betete, meditierte und sich retten wollte vor den Fallen der Liebe und den Verf├╝hrungen des Lebens und der Frauen. Er wurde so rein, dass er ununterbrochen einen Schneeball in seiner Hand halten konnte, ohne dass er schmolz. So vergingen die Jahre. Eines Tages besuchte der Schuster seinen Bruder in den Bergen. Er geriet in Entz├╝cken ├╝ber die Reinheit, die hier oben auf diesen H├Âhen herrschte. Dann bat er ihn, in die Stadt hinunter zu steigen, um ein paar Tage bei ihm zu verbringen. Der Einsiedler nahm dieses Angebot an und stieg in die Stadt hinab. Einmal, als er gerade im Laden seines Bruders sa├č, der gerade damit besch├Ąftigt war, seine zahlreichen Kunden zu bedienen, erblickte er eine sch├Âne Frau, die ihr Kleid etwas anhob, um ein Paar Schuhe zu probieren. Der Schuster, der ihr half, die Schuhe anzupassen, ber├╝hrte in aller Ruhe ihren Fu├č. Der Einsiedler aber, der dabei zusah, f├╝hlte, dass der Schneeball zu schmelzen begann. Und er verstand, dass rein zu bleiben in Wirklichkeit bedeutet, es auch im Leben zu bleiben, unter all den anderen Menschen, und nicht nur in den H├Âhlen der Berge.

Im Leben erwirbt man die wahre Kraft und die wahre Meisterschaft. Niemand hat sich jemals dadurch voll entwickelt, dass er in die Stille und in die Ruhe der Berge floh.

Wie man das Gleichgewicht zwischen dem geistigen und dem materiellen Leben verwirklicht.

Ihr solltet lernen, mit eurem hohen Ideal so zu leben, als sei es schon Wirklichkeit, aber dabei nie vergessen, dass ihr auf der Erde lebt. Es ist sehr wichtig, dass es euch im Leben gelingt, beides zu vereinen. Den Sinn f├╝r die Wirklichkeit, f├╝r die Erde nicht zu verlieren und euch dennoch vollst├Ąndig diesem hohen Ideal in euch zu widmen, das in euch lebt. Das ist das wahre Gleichgewicht, aber es wird nur selten verwirklicht. Ihr findet entweder einen Idealisten, der nicht wei├č, wo es langgeht oder einen so materialisierten Materialisten, dass er jedes Ideal verloren hat. Die ├ťberlegenheit unserer Lehre besteht darin, Menschen auszubilden, die wissen, dass sie auf der Erde leben, um zu organisieren und zu versch├Ânern, die aber ihr ganzes Wesen auf die Verwirklichung ihres Ideales ausgerichtet halten. Sie werden schlie├člich eins mit ihm, sie verschmelzen mit diesem Ideal, das sie n├Ąher zu Gott bringt, ohne den Sinn f├╝r die Erde zu verlieren. Das sind die Menschen der Zukunft.

Gl├╝ckselig diejenigen, die ihr Leben im Licht und in der Reinheit vereinfacht haben, denn obwohl sie auf der Erde arbeiten, leben sie schon im Himmel.

Oft haben die jungen Menschen nicht die materiellen Mittel, um den ungl├╝cklichen Menschen, denen sie begegnen, so zu helfen, wie sie es gerne m├Âchten. Sie sollen wissen, dass sie ihnen auch durch ihre Gedanken helfen k├Ânnen.

Ihr begegnet einem Armen, dessen Gesichtsz├╝ge euch gefallen, aber ihr habt kein Geld und wollt ihm dennoch n├╝tzlich sein. Was k├Ânnt ihr tun? Ihr kennt die Macht der Gedanken: Bleibt irgendwo stehen, konzentriert euch und strahlt euren Wunsch zu geben auf alle Passanten aus. Ihr stellt euch vor, dass alle Passanten diesem Menschen etwas geben werden. Wenn ihr auch selbst nichts geben k├Ânnt, werden es andere an eurer Stelle tun und ihr hattet teil an dieser Gabe. Es ist nicht unbedingt zwingend notwendig, dass ihr gebt. Eure Liebe kann sich durch andere manifestieren. Das gilt auch f├╝r all jene Umst├Ąnde, wo ihr jemandem etwas Gutes tun und ihm helfen wollt, aber die materiellen M├Âglichkeiten nicht habt. Was z├Ąhlt ist, dass man in sich das Empfinden und die Liebe und gute Gedanken hat, die andere dann verwirklichen k├Ânnen.

Auf diese Weise kann man allen seinen Freunden gegen├╝ber handeln und sie mit geistigen Freuden erf├╝llen.

Ihr wollt zu eurer Liebsten gehen, aber ihr habt keine Blumen zum Mitbringen und die Blumengesch├Ąfte sind geschlossen. Konzentriert euch also einige Minuten mit all eurer Liebe und stellt euch die sch├Ânsten und reinsten Blumen vor. F├╝gt sogar noch, wenn ihr wollt, eine Karte mit einigen freundlichen Worten hinzu. Nachdem ihr ihr diesen Gedanken geschickt habt, geht zu ihr und ihr werdet sehen, dass sie euch schon von weitem erblicken und euch zul├Ącheln wird. Bereitet ihr euch gew├Âhnlich so auf einen Besuch bei eurer Liebsten vor? Nein, bevor ihr hingeht, sagt ihr euch: ┬╗Sie tut nicht all das, was sie tun m├╝sste, um mich zufrieden zu stellen; ich werde ihr geh├Ârig die Meinung sagen.┬ź ÔÇô Ihr bereitet euch darauf vor, sie zu bedr├Ąngen, sie zu drangsalieren, und so kann sich nat├╝rlich nichts Gutes aus eurer Zusammenkunft ergeben. Ihr bereitet Wind, Regen und St├╝rme vor und wenn ihr euch den Leuten n├Ąhert, sp├╝ren sie schon das Unwetter und schlie├čen ihre Fenster. Deshalb ist schon alles verschlossen, wenn ihr ankommt: ihr Herz, ihr Intellekt usw.

Man sollte nie zu jemandem hingehen, ohne ihm Geschenke mitzubringen. Ihr werdet sagen: ┬╗Aber wenn ich arm bin, kann ich nichts mitbringen. Ich bin kein Maler, um ein Bild mitbringen zu k├Ânnen. Ich bin kein Musiker, um singen oder spielen zu k├Ânnen.┬ź Nun, innerlich k├Ânnt ihr etwas tun. Innerlich k├Ânnt ihr alles machen: singen, spielen, die sch├Ânsten Geschenke bringen. Die ganze Magie ist hierin enthalten.

Was man den Jugendlichen zum Thema Sexualit├Ąt raten kann:

1. Sie sollten wissen, dass die Art und Weise, wie sie mit der Sexualkraft umgehen, von ihrem Ideal abh├Ąngt.

Ich empfange ein junges M├Ądchen, das mir folgende Frage stellt: ┬╗Was ist schlecht an der Einstellung der heutigen Jugend zur Sexualit├Ąt?┬ź

Ich antworte ihr: ┬╗Alles h├Ąngt von eurem Ideal ab. Wenn es euer Ideal ist, so wie alle zu sein, ein unbedeutender, glanzloser, d├╝sterer, schwacher, tierischer Mensch, dann ist es v├Âllig unsinnig, sich zu beherrschen und in Enthaltsamkeit und Keuschheit leben zu wollen. Es ist dumm, es ist sogar sch├Ądlich f├╝r die Gesundheit. Ganz zu schweigen von allen negativen Folgen, die sich daraus im psychischen, famili├Ąren, sozialen Bereich ergeben k├Ânnten. Denn ihr w├╝rdet verbittert werden, den anderen gegen├╝ber hart und intolerant werden. Wenn ihr aber ein wahrhaft erhabenes Ideal habt, wenn ihr dieses Ideal mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele liebt, wenn ihr ein wahrhaft n├╝tzlicher, sch├Âner, strahlender, lichtvoller Mensch werden wollt, so m├╝sst ihr bestimmte Vorschriften, Methoden und Lebensregeln befolgen. In dem Moment, ja, haben eure Wachsamkeit, eure Beherrschung, eure Selbstbemeisterung ihre Daseinsberechtigung.

2. Sie sollten sich ├╝ber diese Kraft freuen! Sie ist der gr├Â├čte Segen.

Die Leute sind so weit von der Wahrheit entfernt. Wenn sie ein junges M├Ądchen oder einen jungen Mann sehen, der viel von dieser Kraft besitzt, so machen sie ihm oder ihr genau dies zum Vorwurf. Als ob diese jungen Menschen nichts f├╝hlen d├╝rften! Als ob sie tot sein m├╝ssten! Das ist die Vorstellung der Erwachsenen! Aber nur Unwissende denken so, denn sie wissen nicht, dass gerade diese Kraft ├╝berall hineinstrahlt, alles wachsen l├Ąsst, alles zum bl├╝hen bringt. Was f├╝r eine Mentalit├Ąt! Wenn man einen Jungen sieht, der in dieser Hinsicht sehr reich ist, so tadeln, kritisieren oder beklagen ihn alle, w├Ąhrend gerade er der Privilegierteste ist, denn er besitzt eine Kohlenmine, ein Erd├Âlvorkommen. Aber anstatt ihm zu helfen, werden ihn alle angreifen, ihm den Weg versperren und niemand wird zu ihm sagen: ┬╗Bravo, mein Junge! Was f├╝r ein Gl├╝ck f├╝r dich, diesen Reichtum zu besitzen! Nur musst du wissen, dass gerade dieser Reichtum die Ursache deines Ungl├╝cks sein wird, wenn du nicht vern├╝nftig bist.┬ź Das m├╝sste man ihm sagen, aber stattdessen beklagt man ihn. Und wenn man einen kalten Jungen sieht, dann freut man sich. Aber was wird er mit seiner K├Ąlte anfangen? ├ťberhaupt nichts! Auch ich wurde so erzogen und sogar noch schlimmer als ihr. Wenn ihr w├╝sstet, wie wir vor sechzig Jahren in Bulgarien erzogen wurden! ÔÇô Also, solange die Quellen noch flie├čen und solange ihr davon profitieren k├Ânnt, m├╝sst ihr arbeiten, sonst, wenn die Quellen versiegt sind, bleibt euch nichts anderes ├╝brig, als eure sieben Sachen zu packen und auf die andere Seite zu gehen, denn ihr seid unn├╝tz, ihr seid Leichname und man braucht hier keine Leichname. Einzig und allein diese Kraft reinigt, s├Ąubert, durchdringt.

Ihr werdet sagen: ┬╗Aber es gibt sehr alte Menschen, die diese Kraft nicht mehr besitzen und sie sind dennoch sehr freundlich, strahlend und rein.┬ź Das ist richtig, sie haben diese Kraft nicht mehr, aber sie haben so intelligent und so vern├╝nftig gelebt, dass, selbst wenn diese Quelle in ihnen versiegt ist, immer noch etwas davon zu sp├╝ren ist. W├Ąhrend die Quellen noch sprudelten, haben sie zahlreiche Brunnen gef├╝llt f├╝r den Tag, an dem es keinen Regen mehr gibt, und jetzt im Alter sind sie wie Jugendliche voller Leben, weil sie mit Vernunft gelebt haben. Was die anderen hingegen betrifft, die unvern├╝nftig und ausschweifend gelebt haben, da rate ich euch, sie lieber nicht aufzusuchen, wenn sie alt werden, falls sie ├╝berhaupt so weit kommen!

Es ist besser, ein schwieriges, aber lichtvolles Leben kennen zu lernen, als ein leichtes, aber nutzloses.

Der Mensch, der keinerlei geistiges Leben hat, gleicht einem Samenkorn, das nicht in die Erde gelegt wurde und seine Tage im Speicher verbringt. Dieses Samenkorn ist weder Regen noch Wind noch Hagel ausgesetzt, l├Ąuft aber Gefahr zu verschimmeln oder von M├Ąusen angeknabbert zu werden, was noch schlimmer ist. Das Samenkorn, das in die Erde gelegt wurde, muss die Unbilden der Witterung ├╝ber sich ergehen lassen, aber es w├Ąchst, es bringt Fr├╝chte hervor, es ist n├╝tzlich.

Jemand, der ein geistiges Leben leben m├Âchte, dem wird nichts erspart. Er wird Wind und Gewitter ├╝ber sich ergehen lassen m├╝ssen, aber er wird genau die Bedingungen vorfinden, die es ihm erm├Âglichen zu wachsen und der Menschheit Fr├╝chte zu schenken. Es ist besser, die Unbilden der Witterung auf sich zu nehmen, als in einem Speicher von den M├Ąusen und vom Schimmel gefressen zu werden. Seid nicht beunruhigt, wenn ihr auf manche Schwierigkeiten sto├čt, w├Ąhrend ihr euch bem├╝ht, ein geistiges Leben zu leben. Trotz Wind und Regen, trotz der Unwetter: H├Ârt nicht auf, voranzuschreiten auf dem Weg, der euch in die g├Âttliche Welt f├╝hrt.

Heutzutage findet Einweihung im t├Ąglichen Leben statt.

Betrachtet die Einweihungen, die in den Tempeln ├ägyptens stattfanden. Der Sch├╝ler musste Pr├╝fungen in den vier Elementen auf sich nehmen: dem Feuer, der Luft, dem Wasser und der Erde. Heute aber finden die Einweihungen im t├Ąglichen Leben statt. Sogar ohne dass die Sch├╝ler es merken, bringen die Eingeweihten ihre Sch├╝ler in bestimmte Situationen, konfrontieren sie mit bestimmten Problemen und beobachten, wie sie reagieren. Alle Pr├╝fungen finden sich im Leben, ebenso die vier Elemente, dort d├╝rft ihr zeigen, dass ihr die Angst, die Begierde, den Egoismus, die Sinnlichkeit usw. ├╝berwunden habt. Ja, es gibt viele Pr├╝fungen und vor allem f├╝r denjenigen, der ein Eingeweihter werden m├Âchte. Er sollte im Voraus wissen, dass sein Wunsch erh├Ârt wird, dass er aber auch gepr├╝ft wird. Dann, wenn er es am wenigsten erwartet, wird er gepr├╝ft werden, aber im Leben, denn das Leben enth├Ąlt alle Pr├╝fungen: Bei den kleinsten Einzelheiten wird man beobachtet. Deshalb scheitert man oft wegen einer Nichtigkeit, weil man gro├če Pr├╝fungen erwartete. Wenn man vor bevorstehenden Schwierigkeiten gewarnt wird, ist man sofort besser gewappnet. Aber wenn man unversehens drankommt, ist es viel schwieriger und man scheitert wegen einer Kleinigkeit.

Es ist also an euch, umsichtig und wach zu sein und euch zu sagen, dass jeder Umstand im Leben eine Pr├╝fung sein k├Ânnte. Und jedes Mal ├Ąu├čern sich bestimmte Wesen oben dazu ÔÇô oder sogar unten, falls ihr einen Meister habt ÔÇô und ihr bekommt Diplome. Aber keine Diplome wie an den Universit├Ąten, die zerrissen, verbrannt, gel├Âscht oder gestohlen werden k├Ânnen. Nein, das sind Diplome, die eurem Gesicht und eurem ganzen K├Ârper aufgedr├╝ckt werden; niemand kann sie euch wegnehmen. Und sogar die Naturgeister, die diese Diplome lesen k├Ânnen, sch├Ątzen euch und empfangen euch. ÔÇô Wo immer ihr auch hingeht im ganzen Weltall, sehen sie diese Diplome; und wenn ihr keine habt, haben sie auch keine Achtung euch gegen├╝ber und verfolgen euch sogar, weil sie euch als ein schwaches und nutzloses Wesen betrachten.

Die Liebe des g├Âttlichen, reinen und sprudelnden Lebens muss alles andere ├╝bertreffen.

Die Menschen werden innerlich immer mehr zu Leichnamen. Sie sind kalt, ohne Liebe, sie str├Âmen nichts Gro├čartiges aus und glauben, dass sie auf diese Art und Weise Erfolg haben werden. Die Armen! O nein, sie sollten sich zuerst daran gew├Âhnen, lebendig zu werden! Man wird nur lebendig, wenn man Liebe ausstr├Âmt, und genau darin muss man sich ├╝ben. Das ist so einfach! Zum Beispiel: In einem Augenblick, in dem euch niemand sieht, hebt ihr eure Hand, indem ihr all eure Liebe ins Universum, zu den Sternen, zu den Engeln, zu den Erzengeln strahlt und sagt: ┬╗Ich liebe euch, ich liebe euch, ich m├Âchte in Harmonie mit euch sein.┬ź Wenn ihr euch auf diese Weise daran gew├Âhnt, etwas Schwingendes, etwas Intensives auszustr├Âmen, werdet ihr zu einer lebendigen Quelle, einer Quelle der Liebe. Die Menschen glauben immer, sie m├╝ssten sich hinter einem ernsten Gesicht verschanzen, auf dem man weder Liebe noch G├╝te f├╝hlt. Sie merken nicht, wie sch├Ądlich dieses Verhalten ist. Aber ja, es ist idiotisch. Belebt alles rund um euch: die Kristalle, die B├Ąume, die Berge, den Himmel, die Sonne. Denkt, dass alles lebendig und intelligent ist, und das sehr viel mehr als wir. Dadurch macht ihr endlich Fortschritte: Euer Gesicht, euer Blick, alles in euch wird lebendig, ausdrucksvoll und sch├Ân. Ihr str├Âmt Liebe aus und ihr gewinnt an Klugheit. Das ist unsere Psychologie.

Die Sonne weist uns den Weg zu unserem Gl├╝ck.

Ihr solltet euch auf die Sonne konzentrieren und sie zum Vorbild nehmen, indem ihr euch sagt: ┬╗Sie erhellt, sie belebt, sie gibt allen Gesch├Âpfen ohne Unterschied einen Kredit an Leben und W├Ąrme. Den Gaunern und Verbrechern genauso wie den Heiligen und den Gerechten. Wie kommt das?┬ź Ja, wie kann man sich das erkl├Ąren? Ist die Sonne blind, sieht sie die Verbrechen nicht, ist sie nur ein Mechanismus ohne Intelligenz und Unterscheidungsverm├Âgen, dem G├╝te oder Boshaftigkeit, Rechtschaffenheit oder Unehrlichkeit wenig bedeuten? Nein, die Sonne sieht die Fehler und Verbrechen der Menschen viel besser als sonst irgendwer, aber f├╝r sie sind das winzige Einzelheiten im Vergleich zur Unermesslichkeit ihres Lichtes und ihrer W├Ąrme. All die Dinge, die uns ungeheuerlich und furchtbar vorkommen, sind f├╝r sie nur kleine Fehler, kleine Zerst├Ârungen, kleine Schmutzflecken. Sie entfernt sie, bessert sie aus, w├Ąscht sie weg und f├Ąhrt fort, mit unbegrenzter Geduld den Menschen zu helfen, bis sie Vollkommenheit erreicht haben.

Jetzt werdet ihr euch fragen: ┬╗Aber wozu diese Gro├čz├╝gigkeit? Welche Philosophie hat die Sonne denn in ihrem Kopf? Ihr werdet gleich sehen, wie die Philosophie der Sonne aussieht. Sie, die es so gut versteht, die Fr├╝chte der B├Ąume reifen zu lassen, die diese Fr├╝chte nach und nach mit S├╝├če und Duft erf├╝llt, bis sie k├Âstlich werden, sie will auch die Menschheit, die noch eine gr├╝ne, herbe, harte und saure Frucht ist, reifen lassen. Sie hat verstanden, dass f├╝r die Menschen mehr Zeit n├Âtig ist als f├╝r die B├Ąume und Fr├╝chte, au├čerdem hat sie sich entschlossen, Geduld zu haben. Sie wei├č, dass sogar ein Verbrecher eines Tages seiner selbst so m├╝de und angewidert ist, dass er sich ihrem wohltuenden Einfluss hingibt, wenn sie ihn erw├Ąrmt, und er zu einem anbetungsw├╝rdigen, feinf├╝hlenden Menschen, zu einem Wohlt├Ąter, einem Dichter, einem Musiker, einem Propheten wird. Die Sonne l├Ąsst die Menschen nicht im Stich, denn sie wei├č, wenn sie sie im Stich lie├če, w├╝rde ihre Entwicklung scheitern. Sie erw├Ąrmt und erhellt also weiterhin die Menschen, weil sie Ursache und Wirkung, Anfang und Ende, den Pfad der Evolution kennt. Die Sonne wird dessen nie ├╝berdr├╝ssig.

Und glaubt mir, es gibt kein gr├Â├čeres Gl├╝ck als jenes, das die Sonne f├╝hlt und erlebt. Ohne sich darum zu k├╝mmern, ob die Leute daraus einen Nutzen ziehen oder nicht, macht sie weiter. Bei den Menschen hat man noch nie so etwas erlebt. Sobald sie sehen, dass man sie nicht sch├Ątzt, werfen sie einfach alles hin. So sieht die Liebe der Menschen aus: Sie erwarten, dass man dankbar ist, dass man ihnen Geschenke bringt. Die Sonne hingegen erwartet nichts. Nur die wahren Eingeweihten sind wie die Sonne. Sie senden ihr Licht und ihre Liebe durch den Kosmos, und auch sie k├╝mmern sich nicht darum, ob die Gesch├Âpfe davon profitieren oder nicht. Sie f├╝hlen sich gl├╝cklich, ├╝bergl├╝cklich, all ihr Vergn├╝gen liegt im Verteilen ihrer Reicht├╝mer im ganzen Universum.

Wenn ihr den Sinn des Lebens entschl├╝sseln und begreifen wollt, wenn ihr euch befreien und die sch├Ânsten und ruhmreichsten Pl├Ąne in die Tat umsetzen wollt, dann muss die Sonne euer Vorbild sein. Versucht, alles mit den Augen der Sonne zu sehen, alles mit dem Ma├č der Sonne zu messen, alles wie die Sonne zu f├╝hlen, und ihr werdet die Kleinkariertheit, die Grobheit, die Bedeutungslosigkeit, die Mittelm├Ą├čigkeit vieler Dinge erkennen, die ihr bis jetzt f├╝r wichtig hieltet.

Vater und Mutter sind nur die Erzieher ihrer Kinder: Sie sind f├╝r sie gegen├╝ber dem Himmel verantwortlich.

Die meisten Eltern glauben, sie seien die Sch├Âpfer ihrer Kinder und denken, sie h├Ątten nun das Recht, mit ihnen zu machen, was sie wollen. Nein, die Eltern m├╝ssen wissen, dass sie nur das Haus des Kindes, seinen K├Ârper, erbaut haben; sie haben nicht die Seele erschaffen, die von sehr weit her kommt. Das Kind wird zu seinen Eltern geschickt, wie an einen fremden Ort, um dort sein Studium zu beenden. Die Familie, zu der es kommt, ist f├╝r es ein Internat, wo es beherbergt, ern├Ąhrt, erzogen und unterrichtet wird. Das Kind ist eine Seele, die von weit her kommt. Die Eltern sind nur seine Erzieher. Diese Erzieher haben sich verpflichtet, dem Kind zu essen zu geben und es zu erziehen, bis sein Himmlischer Vater es zur├╝ckfordert.

Wenn ein Kind in eine Familie zur Beherbergung geschickt wird, kommen eines Tages immer die Eltern und fordern das Kind zur├╝ck. Sie fragen, was sie den Erziehern schuldig sind, die diese Aufgabe erf├╝llt haben, und wenn das Kind gut betreut wurde, sind sie sehr gro├čz├╝gig. Genauso sollten die Eltern wissen, dass ihre Kinder von Gott kommen und dass sie sie gut behandeln sollten, damit sie sp├Ąter ihrem Vater erz├Ąhlen k├Ânnen, wie liebevoll ihre Erzieher sich ihnen gegen├╝ber verhalten haben. Und was f├╝r eine Belohnung werden diese Eltern dann sp├Ąter vom Herrn bekommen!

Eine Mutter liebt ihr Kind erst dann wahrhaft, wenn sie Wert darauf legt, ihm die Eigenschaften des Herrn zu vermitteln.

Die Mutter sollte sich niemals um ihr Kind k├╝mmern, bevor sie nicht nahe bei Gott war, um Leben aufzunehmen und es ihrem Kind weiterzugeben. In ihrer Dummheit glaubt sie, das Kind w├╝rde sterben, wenn sie sich nicht ununterbrochen um es k├╝mmert. Nein, es wird sogar zu neuem Leben erweckt. Nehmen wir an, es w├Ąre gestorben, w├Ąhrend sie nahe bei Gott war. Wenn sie wiederkommt, wird sie es wieder beleben k├Ânnen. Bleibt sie jedoch beim Kind, ohne zu Gott zu gehen, und es stirbt nun, wird sie es niemals wieder beleben k├Ânnen. Ihr sagt, es sei sehr schwer, mich zu verstehen. Nein, wenn die Mutter im Laufe ihrer Besch├Ąftigungen nicht die N├Ąhe Gottes aufsucht, das hei├čt die N├Ąhe alles Lebendigen und Lichtvollen, wird sie in der N├Ąhe ihres Kindes auch nicht die lichtvollen Teilchen ausstrahlen k├Ânnen, die aus ihm einen au├čergew├Âhnlichen Menschen machen. Ihre Liebe, die eine gew├Âhnliche Liebe sein wird, wird auch ein gew├Âhnliches Kind formen. Es wird lebendig sein, sch├Ân gekleidet, aber es wird ein Kind wie alle anderen sein, weil es weit weg von der Anwesenheit Gottes erzogen wurde. Die Mutter hingegen, die in der Einweihungswissenschaft unterrichtet ist, geht zu Gott und sagt zu ihm: ┬╗Herr, ich komme zu Dir, damit Du mir f├╝r mein Kind Licht, Liebe, Gesundheit und die Sch├Ânheit des Himmels gibst.┬ź

Die Familien k├Ânnen durch ihre Geisteshaltung die Ankunft des Reiches Gottes entweder verhindern oder beg├╝nstigen.

Die Familie ist eine Sch├Âpfung der Natur selbst. Die kosmische Intelligenz sah, dass diese Lebensform f├╝r die Gesch├Âpfe gut war, die sich damit gegenseitig halfen, unterst├╝tzten und besch├╝tzten und zusammenarbeiteten. Sie war eine Festung. Eine Familie konnte sogar einer anderen den Krieg erkl├Ąren, denn in der Vergangenheit ÔÇô und in einigen Gegenden der Erde sogar noch heute ÔÇô lebten alle Familienmitglieder, ob entfernt oder nah verwandt, zusammen und bildeten richtige Sippen. Die Natur also gab den Mitgliedern einer Familie dieses Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl, dieses Bed├╝rfnis zusammen zu sein, um sich gegenseitig zu helfen und sich zu besch├╝tzen. Aber die Pl├Ąne sahen vor, dass diese Situation nicht ewig andauern sollte. Die Form, in der die Familie geschaffen wurde, muss sich erweitern, veredeln und im Licht erstrahlen. Deshalb sollte man jetzt allm├Ąhlich verstehen, dass die Familie, so wie man sie heute versteht, die Ankunft der Universellen Wei├čen Bruderschaft in der Welt verhindert. Sie verhindert die gro├če Familie, weil sie sich zu sehr auf ganz kleine Dinge konzentriert: auf die Verlockungen des Geldes und auf pers├Ânliche Interessen.

Die Familie ist also der Ausgangspunkt aller Entstellungen, aller egoistischen Unternehmungen und es ist jetzt an der Zeit f├╝r die Menschen, diesen Begriff zu erweitern und zu verstehen, dass alle Familien zu einer gro├čen Familie verschmelzen sollten, denn sonst w├╝rde man weiterhin nur all diese kleinen Klans sehen, die einander bekriegen. Unordnung und Anarchie gibt es nur aufgrund dieser Mentalit├Ąt der Menschen, f├╝r die es nichts Gr├Â├čeres, nichts Weitreichenderes gibt als ihre kleine Familie, als ihre armseligen kleinen Interessen. Seht euch nur die Erziehung an, die man den Kindern angedeihen l├Ąsst: wie man Erfolg hat, wie man sich zu helfen wei├č, wie man die anderen von ihrem Platz verdr├Ąngen kann. Man bringt ihnen keine g├Âttlichen Ideen bei, sondern bereitet sie auf die egoistischsten und eigenn├╝tzigsten Projekte vor. Von Zeit zu Zeit sagt man ihnen, dass sie untereinander ein bisschen Liebe, ein bisschen Gro├čz├╝gigkeit und Nachsicht zeigen sollten, aber auch das sieht man nicht sehr oft. Stattdessen rei├čen sie sich gegenseitig in St├╝cke.

Die Familie ist eine Zelle, einverstanden, aber wie funktionieren die Zellen im menschlichen Organismus? Alle arbeiten zusammen f├╝r das Wohl des ganzen Organismus. Die Familien hingegen sind immer getrennt: Alle haben verschiedene Ideen, verschiedene Pl├Ąne, verschiedene Absichten, und all das ist st├Ąndig die Ursache von Unordnung und von Kriegen. Man muss jetzt das Verst├Ąndnis dahingehend erweitern, dass alle Familien zur gro├čen Familie, zur universellen Familie verschmelzen. Das hei├čt nicht, dass sie sich aufl├Âsen sollen, nein, sondern sich vereinen, um zu arbeiten. Und so wie alle untereinander verbundenen Zellen f├╝r die riesig gro├če Zelle, den Menschen, arbeiten, um seine Gesundheit zu bewahren, so werden alle Familien daf├╝r arbeiten, dass der Organismus der gesamten Menschheit wohlauf ist.

Ihr solltet also Folgendes lernen: die Wichtigkeit der gro├čen Familie und dass alle Mitglieder jeder Familie f├╝r diese gro├če Familie arbeiten sollten. Bis heute hat die Familie ihre Aufgabe verfehlt und deshalb zerf├Ąllt sie. Wie viele Familien gibt es, in denen man noch in Harmonie lebt? Man sollte jetzt den Begriff ÔÇÜFamilieÔÇś so erweitern, dass er die ganze Erde umfasst, dass die ganze Menschheit zu einer Familie wird. Das soll nicht hei├čen, dass ihr euch nicht mehr um die Mitglieder eurer Familie k├╝mmern sollt, dass ihr sie nicht mehr ern├Ąhren, beherbergen, ihnen Geld geben, sie unterrichten sollt, nein. Aber mit diesem erweiterten Bewusstsein werdet ihr das alles viel besser machen als zuvor. Ihr werdet ihnen erkl├Ąren, dass alle Probleme gel├Âst sein werden, wenn sie daran arbeiten, eine universelle Familie zu bilden. Bis heute hat es keine Familie geschafft, Ungl├╝ck, Kriege und Elend zu verhindern, und es wird so weitergehen. Wenn sie jedoch zu einer gro├čen Familie verschmelzen, dann wird das alles aufh├Âren, es wird keinen Krieg und kein Elend mehr geben.

Die L├Âsung, die wahre L├Âsung, muss man in der gro├čen Familie suchen. Man darf nicht alles f├╝r seine kleine Familie opfern, denn sie ist nicht alles. Solange ihr euch auf die kleine Familie beschr├Ąnkt, k├Ânnt ihr nicht am Wohl der ganzen Welt mitarbeiten. Alles, was ihr tut, ist nur f├╝r euch und au├čerdem ist es auch noch zweifelhaft, ob ihr dabei wirklich f├╝r euer Wohl arbeitet. Arbeitet ihr jedoch daf├╝r, dass alle Familien zu einer gro├čen Familie verschmelzen, so arbeitet ihr nicht nur f├╝r die ganze Welt, sondern auch f├╝r euch selbst. Denn wenn diese Idee Wirklichkeit wird, bringt sie auf der ganzen Welt Segnungen, von denen ihr selbst auch profitiert. Sonst werdet ihr gar niemandem Gutes tun, nicht einmal euren Kindern, denn auf die Art und Weise wie ihr sie liebt, pr├Ągt ihr ihnen zu egoistische, zu eigenn├╝tzige Begriffe ein und eines Tages wird euch ihr Geist vorwerfen, dass ihr ihnen keine g├Âttlichen Ideen gegeben habt, dass ihr sie auf ihrem Weg aufgehalten habt.

Pflichterf├╝llung, das ist f├╝r alle das h├Âchste der Gef├╝hle. Alle denken, sie w├╝rden Gutes tun, sie seien die G├╝te selbst. Wenn man ihr Verhalten tats├Ąchlich vom Gesichtspunkt des Himmels aus beurteilt, tun sie gar nichts Gutes, denn sie geben sich damit zufrieden, Mitglieder ihrer Familie in Engstirnigkeit, Egoismus und Dunkelheit festzuhalten. Mit den neuen Ideen hingegen tut ihr eurer Familie Gutes, mit nichts anderem. All die Familienmitglieder, die ihr aufgekl├Ąrt, die ihr dem Herrn n├Ąher gebracht habt, werden euch sogar in den n├Ąchsten Inkarnationen aufsuchen, um euch zu belohnen. Wenn ihr hingegen eure Familie f├╝r euch selber behalten wollt, wird euch das vielleicht angenehm sein, aber ihr werdet sie verlieren, alle werden euch verlassen und werden sich nie wieder bei euch inkarnieren, weil sie euch in zu schlechter Erinnerung behalten.

Eine Familie nur f├╝r ein Leben zu haben, ist nicht der M├╝he wert. Was der M├╝he wert ist, das ist, eine Familie f├╝r die Ewigkeit zu haben und ich arbeite daran, dass ich eine Familie f├╝r die Ewigkeit habe, und ich werde sie auch haben. Weil ich so arbeite, wie ich arbeite, werde ich euch bei mir haben, sogar in den n├Ąchsten Inkarnationen. Aufgrund dessen, was ich euch gebe, werdet ihr mich sogar auf anderen Planeten suchen, um mir zu danken. Denn das, was ich euch zu geben versuche, ist viel mehr als das, was euch eure Familie gibt.

Wenn ich sage, die geistige Seite solle an erster Stelle stehen, nun, so meine ich damit die geistige Seite, die gro├če Familie, die Universelle Wei├če Bruderschaft, die kleine Familie folgt an zweiter Stelle. Solange die kleine Familie an erster Stelle steht, kann es zu keiner Wende kommen. Deshalb muss diese irrige, ├╝berholte Einstellung eines Tages ersetzt werden. Die Familie wird nicht verschwinden, sondern wird sich erweitern, sie wird Teil der gro├čen Familie werden, und dies wird dann das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit sein, das Goldene Zeitalter…

Dieser Text stammt aus dem Buch ┬╗Die neue Religion┬ź von Omraam Mikhael Aivanhov, Kapitel 18: ┬╗An die Jugend und die Familien┬ź.