Geht anderen mit vollen Gefäßen entgegen

In allen Ländern ist es Brauch, wenn man jemanden besucht, ein Geschenk mitzubringen. Diese sehr alte Tradition gründet auf einem Gesetz, welches verlangt, dass man seinen Besuch mit einem Geschenk verbindet. Wenn ihr Freunde immer mit leeren Händen aufsucht – wörtlich oder bildlich gesprochen – so werden sie euch am Ende nicht mehr mögen, weil sie sich sagen: ‚Was ist denn das für ein Mensch? Wenn er kommt, ist er leer, und wenn er geht, fühlen wir uns leer.‘ Sie werden euch immer mehr misstrauen und sich vorsehen, bis sie euch schließlich Herz und Seele ganz verschließen. Geht nicht zu euren Freunden, wenn ihr ihnen nicht wenigstens einen freundlichen Blick, ein aufmunterndes Lächeln und ein paar warmherzige Worte mitbringen könnt, denn dies sind wirklich lebendige Geschenke. Gewöhnt euch daran, den Menschen immer das zu geben, was für sie hilfreich ist. Wisst ihr mit den positiven Kräften der Natur zu arbeiten, dann schätzt und liebt man euch.

Und weil jede Geste Magie ist, solltet ihr darauf achten, niemals jemanden zu grüßen, wenn ihr ein leeres Gefäß tragt, vor allem nicht am Morgen, denn so würdet ihr ihm ungewollt Leere, Armut und Misserfolg für den ganzen Tag wünschen. Müsst ihr unbedingt ein leeres Gefäß transportieren, so füllt etwas hinein, es braucht nichts Kostbares zu sein: ihr könnt Wasser nehmen, was in den Augen des Schöpfers immer noch das Kostbarste ist, oder irgendetwas anderes. Grüßt dann die Menschen, denen ihr begegnet, mit dem Wunsch, ihnen Gesundheit, Erfüllung und Glück zu bringen.

Vergesst nie, dass in euch ein wunderbares Land zu bebauen ist, dessen Blumen und Früchte ihr an alle verteilen könnt, denen ihr begegnet. Der Wunsch, immer etwas von eurer Seele und eurem Geist herzugeben, lässt das Leben ohne Unterlass in euch fließen.

Aus dem Buch »Goldene Regeln für den Alltag« von Omraam Mikhaël Aïvanhov, Kapitel 41