Schicksalsschläge zwingen uns, auf eigene Kräfte zurückzugreifen

Viele Leiden und Prüfungen im Leben werden uns von der unsichtbaren Welt geschickt, um uns zu zwingen, auf eigene spirituelle Kräfte in uns zu zählen. Solange wir satt, reich und mit Gütern überhäuft sind, bleiben wir an der Oberfläche der Dinge. Einsamkeit und Traurigkeit hingegen drängen uns dazu, in uns zu gehen, um neue Kraftquellen zu erschließen. Ziel und Zweck der Einweihung ist es, den Menschen zu lehren, in sich zu gehen, um dort den wahren Reichtum, die wahre Kraft und den wahren Halt zu finden. Früher vollzog sich die Einweihung in den Tempeln. Jetzt findet sie überall im täglichen Leben statt und gerade wenn sie am wenigsten erwartet wird. Ihr denkt: ‚Aber warum warnt uns denn die unsichtbare Welt nicht durch Zeichen, bevor wir Prüfungen durchzumachen haben?‘ Weil unvorhergesehene Situationen uns zwingen, noch tiefer in uns zu gehen und noch größere Anstrengungen zu machen. Ihr alle habt Prüfungen zu bestehen, und ihr solltet euch darüber freuen, denn sie stellen neue Reichtümer dar. Wer nicht gelitten hat, ist arm und hat keine Farben – symbolisch gesprochen – um Bilder zu malen. Wer aber gelitten hat, kann alle durchlebten Empfindungen benutzen, um Bilder zu malen. Große Genies und alle, die in ihrem Leben etwas Wertvolles vollbrachten, mussten viel Leid ertragen. Sie verfügten über ’schwarze Tinte‘, aus der sie die schönsten Farben herauszogen.

Aus dem Buch »Goldene Regeln für den Alltag« von Omraam Mikhaël Aïvanhov, Kapitel 59