Löst eure Probleme mit Liebe, nicht mit Gewalt

Die Menschen lassen sich immer wieder dazu hinreißen, zwischenmenschliche Probleme mit Gewalt zu lösen. Dadurch wird jedoch alles erschwert und vergiftet, weil man mit so einer Haltung bei anderen die niedere Natur herausfordert, d.h. Widerspruch, Widerstand und sogar Mordgelüste. Die Menschen werden nichts lösen, solange sie der spirituellen Kraft, der Macht des Lichtes und der göttlichen Liebe die Gewalt vorziehen. Die einzig wahre Lösung besteht darin, Güte, Liebe und Demut zu zeigen.

Natürlich wird sich nicht alles sofort einrenken, denn die anderen, die keine richtige Erziehung genossen haben, halten euch für schwach und dumm, wenn ihr freundlich und demütig seid, und sie nutzen euer Verhalten aus, um auf euch herumzutrampeln. Aber habt nur Geduld… Nach einiger Zeit bemerken sie doch, dass eure Haltung kein Ausdruck von Schwäche, sondern im Gegenteil von großer moralischer und spiritueller Stärke ist; und dann sind sie es, die anfangen, demütig und respektvoll zu werden; so regelt sich am Ende alles. Versucht also von nun an, die Probleme mit Eltern, Freunden und Feinden mit Liebe und Güte zu lösen. Wenn ihr so handelt, beruft ihr euch auf ein Gesetz, das sie eines Tages zwingt, mit den gleichen Mitteln zu arbeiten.

Setzt man Wut gegen Wut, Hass gegen Hass, Gewalt gegen Gewalt, dann wendet man damit eine sehr alte Lebensethik an, die keine guten Früchte bringt. Der Bosheit widersetzt man sich durch Güte, den Hass vertreibt man durch Liebe und Wut bekämpft man durch Sanftmut.

Man sollte ein für allemal Folgendes verstehen: nur das Gute ist im Stande das Böse zu bekämpfen. Denn das Gute ist stark und unsterblich, während das Böse schwach ist. Man kann das Böse mit einem in die Luft geworfenen Stein vergleichen: je mehr Zeit vergeht, desto weniger Kraft hat er, in die Höhe zu steigen. Das Gute dagegen gleicht einem von einem Turm heruntergeworfenen Stein: seine Geschwindigkeit wächst mit der Zeit. Das Geheimnis des Guten liegt darin, dass es am Anfang schwach ist, am Ende jedoch allmächtig. Das Böse dagegen ist anfangs allmächtig, wird aber mit der Zeit immer schwächer. So etwas sollte man wissen.

Aus dem Buch »Goldene Regeln für den Alltag« von Omraam Mikhaël Aïvanhov, Kapitel 67