Der schwere Gang durch die Wüste

Im spirituellen Leben kommt es vor, dass man sich innerlich so fühlt, als wandere man durch verwahrloste, wüstenartige Regionen. Man ist lustlos, alles ist fad und fremd. Das ist der schlimmste Zustand, in dem sich ein Spiritualist befinden kann. Das Schlimmste ist nicht, krank zu werden, Geld zu verlieren oder einen Misserfolg hinzunehmen, sondern keine Liebe, keine Begeisterung und keinen Glauben mehr zu haben. Und weil jeder von euch das einmal erfahren kann, solltet ihr wissen, wie dieser Lage zu begegnen ist.

Auch mitten in der Wüste könnt ihr sagen: ‚O Herr, ich bin in Deinen Händen. Du hast meinen Weg vorgezeichnet; ob nun Wasser da ist oder nicht, ich gehe weiter, ich stehe Dir zu Diensten. Herr, ich liebe Dich, bitte hilf mir.‘ Das ist alles. Ihr dürft es nicht hinnehmen, einfach so euren Glauben und eure Liebe zu verlieren, sondern ihr solltet weitermachen mit doppeltem Eifer und Glauben. Denn dort liegt euer Heil. Bleibt nicht bei dem Eindruck stehen, euch mitten in der Wüste verirrt zu haben, sondern unternehmt alles Mögliche, um weiterzukommen, dann findet ihr schon irgendwo Wasser. Auch mitten in der Wüste gibt es Oasen. Geht also weiter, bis ihr innerlich eine Oase erreicht, in der ihr Wasser findet, um euren Weg fortsetzen zu können. Dieses Wasser heißt Demut, heißt Liebe.

Aus dem Buch »Goldene Regeln für den Alltag« von Omraam Mikhaël Aïvanhov, Kapitel 95