Reichtum und Besitz

Viele Jahrhunderte hindurch hat man es als Ideal f├╝r Spiritualit├Ąt betrachtet, in Armut und Elend zu leben. Um sich zu ├╝ben, um st├Ąrker zu werden und um eine Lehrzeit zu absolvieren, ist das auch gut, aber die Kosmische Intelligenz hat uns nicht dazu bestimmt, ewig in der Entbehrung zu leben. Denn unser Himmlischer Vater ist auch nicht arm, lebt nicht im Elend und auch nicht im Schmutz. Als ├ťbung also, f├╝r eine gewisse Zeit, einverstanden, denn als man diese Philosophie einf├╝hrte, wollte man die ├ťbertreibungen in die andere Richtung bek├Ąmpfen, es aber als ideale Lebensform hinzustellen, nein! Der Herr m├Âchte, dass wir genauso sch├Ân, genauso reich, genauso m├Ąchtig sind wie Er. Wenn Er uns nach seinem Bilde geschaffen hat, dann nicht, damit wir verfaulte Fr├╝chte essen, im Schmutz und in Krankheit leben, B├╝├čerhemden tragen und uns gei├čelnÔÇŽ Solch ein Ideal kann man der Menschheit nicht geben.

Die unsichtbare Welt hat ein Programm. Sie m├Âchte die Menschheit bestimmte Wege gehen lassen. Aber diese Wege gehen hei├čt, sich nicht f├╝r ewig auf ihnen niederlassen. Die Pl├Ąne der unsichtbaren Welt sehen nicht so aus, wie die Menschen sich das vorstellen. Viele Heilige und Propheten empfingen Anordnungen des Himmels, um eine bestimmte Mission zu erf├╝llen, und sie erf├╝llten sie wie verlangt. Doch das galt nur f├╝r eine bestimmte Epoche, damit die Menschen F├Ąhigkeiten entwickelten, die sie noch nicht besa├čen. Aber wenn diese F├Ąhigkeiten einmal erworben sind, gilt es, ein anderes Programm zu absolvieren, das dem vorangegangenen spirituell nicht widerspricht. Andernfalls w├╝rde man alles, was man gewonnen hat, verlieren. Ihr seht, selbst wenn ihr jetzt alles Gold der Welt besitzen w├╝rdet, so m├╝sstet ihr auch das Licht haben, das hei├čt wissen, was und wie viel ihr besitzen sollt, mehr nicht, sonst w├╝rde es mit euch bergab gehen.

Wie man Geld einsch├Ątzen soll.

Manche sagen: ┬╗Ich bin gegen Geld. Es macht die Menschen schlecht und ungl├╝cklich.┬ź Nein, Geld ist weder gut noch schlecht, es ist neutral. Es ist ein gro├čartiges Mittel in den H├Ąnden jedes Menschen, das ist sicher. Es bietet die M├Âglichkeit, Leute niederzumachen oder sie zu retten. Es ist ein unglaublich m├Ąchtiges Mittel, weil die Menschen ihm einen Wert gegeben haben. Doch eines sch├Ânen Tages k├Ânnten sie ihm diesen Wert wieder nehmen und ihn einem anderen Mittel geben. Die gleiche Geschichte f├Ąngt dann von vorne an, die gleichen Trag├Âdien, die gleichen Verf├╝hrungen, die gleichen Abst├╝rze ÔÇô oder die gleichen H├Âhenfl├╝ge. Tats├Ąchlich m├╝sste man, wenn man das Geld als Tauschmittel abschafft, etwas anderes erfinden, aus einem anderen Material, etwas von anderer Natur, was das Geld ersetzt, aber genau die gleiche Rolle spielen m├╝sste.

Geld ist sehr gef├Ąhrlich in den H├Ąnden eines Menschen, der kein spirituelles Ideal hat, denn er wird dieses Geld in seinen Kopf stecken und er wird an nichts anderes mehr denken. Die Vorstellung von Geld, das Verlangen nach Geld wird immer gr├Â├čer und bl├Ąht sich derma├čen auf, dass es den Himmel verdunkelt. Es ist wie ein Schirm oder ein Vorhang, der verhindert, dass das himmlische Licht sich manifestieren kann. Ihr seht die guten Eigenschaften der Menschen nicht mehr, ihr seid nicht mehr so feinf├╝hlig, so gro├čz├╝gig, so nachsichtig. Ihr werdet hart, unvers├Âhnlich und grausam. Aber kein Geld zu besitzen ist auch nicht gut. Manche wollten im Elend leben, um als Spiritualisten zu gelten und sind zur Last f├╝r die Gesellschaft geworden. Und da das Geld noch eine Zeit lang da sein wird, muss man lernen, richtig dar├╝ber zu denken, um nicht den Versuchungen zu erliegen. Man muss wissen, wie man die Dinge richtig betrachten soll, das ist alles. Es ist nicht schlecht, Geld zu besitzen. Wie wollt ihr anderen helfen, wenn ihr kein Geld habt? Ihr habt Liebe im Herzen, gut, aber materiell k├Ânnt ihr nichts f├╝r jemanden tun, wenn ihr nur eure Liebe habt.

Ihr m├╝sst Geld haben, das ist selbstverst├Ąndlich, aber steckt es in eine Tasche, in eine Schublade, in einen Safe, irgendwohin, nur nicht in euren Kopf, sonst wird es zu eurem Herrn und ihr zu seinem Sklaven. Wenn ihr sein Herr seid und es euch gehorcht, werdet ihr viel Gutes tun k├Ânnen. Aber wenn das Geld der Herr ist, wird es euch dazu treiben, all eure Mitmenschen zu beherrschen und zu beseitigen und dazu m├╝sst ihr viele Gesetze ├╝bertreten. Nur ein Eingeweihter kann alles Gold der Welt besitzen, ohne jemals B├Âses zu tun, denn er ist der Herr, ├╝ber sich selbst und ├╝ber das Gold. Man sollte also ├╝ber die Beziehung nachdenken, die man zum Geld haben sollte und vor allem vermeiden, es als Ideal, als Ziel des Lebens zu sehen, sonst ist man verloren.

Der Mensch hat oft deshalb ein so starkes Verlangen nach Geld, weil er die Bed├╝rfnisse seiner niederen Natur befriedigen m├Âchte.

Auf Grund des Verlangens, der W├╝nsche, der Leidenschaften und der Begierden ihrer niederen Natur sind die Menschen so gierig nach Geld, das sie dann ausgeben, um Frauen zu besitzen, Freuden zu erkaufen oder sich an ihren Feinden zu r├Ąchen. Unsere h├Âhere Natur verlangt nicht nach Geld, denn sie braucht nur Licht, Freiheit, Unendlichkeit, himmlische Herrlichkeit, die das Geld nicht geben kann. F├╝r das materielle Leben ÔÇô das ist richtig ÔÇô ist Geld notwendig. Man braucht ein Haus, in dem man wohnen kann… Aber f├╝r die Seele, f├╝r den Geist ist Geld unn├╝tz. Weder Geld noch Gold konnten jemals die innere Finsternis vertreiben.

Wenn ihr Geld sucht und nicht Licht, das hei├čt Einweihungswissen, Bewusstseinserweiterung, die Liebe zum Herrn, so ist es sicher, dass eure niedere Natur euch leitet. Doch wenn ihr das Licht liebt, dann besitzt ihr schon das Gold im spirituellen Bereich, dank dem ihr Gesundheit, Wissen, Kraft, Freude, Sch├Ânheit, Gl├╝ck, Unermesslichkeit und Freiheit kaufen k├Ânnt. Der Eingeweihte bem├╝ht sich nur, spirituelles Gold anzuh├Ąufen, um es zu verteilen.

Derjenige, der daran arbeitet, reich zu werden, darf als Ideal nicht den Besitz, sondern die Verteilung seines Reichtums haben.

Ein Eingeweihter wird euch nie daran hindern, reich werden zu wollen. Er wird euch nur zeigen, was ihr machen m├╝sst, um nicht von einem unertr├Ąglichen Gewicht erdr├╝ckt zu werden, von Sorgen, Furcht, ├ängsten, Verd├Ąchtigungen. Denn dazu kommt es zwangsl├Ąufig, wenn man kein Licht hat. Also, Reichtum zu besitzen, aber nicht allen negativen Zust├Ąnden erliegen, welche die treuen Begleiter aller Leute sind, die sich auf diesen Weg eingelassen haben. Reichtum haben, aber auch das Vergn├╝gen und die Freude, viele andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Ja, man soll ruhig reich sein, aber ohne dass es auf Kosten des Nachbarn geht, und vor allem sollte man die Reicht├╝mer zirkulieren lassen! Auf diese Art und Weise werden die Reichen wirklich edel, gro├č und gl├╝cklich sein. Ja, Geben ist eine M├Âglichkeit sich weiterzuentwickeln. Aber die Leute behalten alles f├╝r sich. Sie haben Milliarden und behalten sie f├╝r sich und sind obendrein ungl├╝cklich!

Reichtum ist ein Problem! Er war schon immer ein Grund f├╝r die Menschen, sich zu spalten und sich gegenseitig umzubringen. Und schaut in die Familien, wie viele Trag├Âdien um Erbschaftsfragen! Immer regiert die Habsucht und deshalb kommt die Welt aus ihrem Ungl├╝ck nicht heraus. Der Ursprung der Kriege ist stets der Wunsch, ein bisschen mehr zu besitzen. Der Beweggrund besteht immer darin, beim Nachbarn etwas zu holen, Geld oder Land. Wenn man es verstehen w├╝rde, gro├čz├╝gig zu sein, w├╝rde sich alles regeln. Man soll reich sein und soll gleichzeitig verteilen k├Ânnen. Es gibt kein reicheres Wesen als den Herrn, und das Wesen, das Ihn repr├Ąsentiert, das ist die Sonne. Die Sonne ist derartig reich, dass sie beinahe zerplatzt und sie verteilt ihren Reichtum, um nicht zu bersten. Warum sollte man sie nicht nachahmen? Es g├Ąbe keine Kapitalisten mehr, es g├Ąbe keine Kommunisten mehr, es g├Ąbe nur noch Kinder Gottes, die voneinander begeistert w├Ąren.

Besitzt├╝mer, die man f├╝r sich bewahren und behalten sollte, sind diejenigen, die es erm├Âglichen, das Bed├╝rfnis nach individueller Sch├Âpfungsfreiheit zu befriedigen. Deshalb stellt die Idee der Bruderschaft den Begriff des Kollektivismus in Frage.

Die Natur dr├Ąngt alle Wesen dazu, f├╝r sich im Universum einen kleinen Platz zu reservieren, wo die anderen kein Recht auf Zutritt haben, denn sie will ihnen g├╝nstige Bedingungen sicherstellen, um ihre Nachkommen in die Welt zu setzen oder um sch├Âpferisch t├Ątig zu sein. Selbst die am h├Âchsten entwickelten Gesch├Âpfe haben ihre Wohnung, wo die anderen kein Recht haben, einfach durchzugehen oder sie zu st├Âren. Das ist ein Naturgesetz. Deshalb k├Ânnen manche kommunistischen Theorien nie verwirklicht werden; auch nicht von den Kommunisten selbst. Es ist ein gro├čer Fehler, das individuelle Eigentum ganz abschaffen zu wollen. Ihr werdet sagen: ┬╗Ja, aber der Universellen Wei├čen Bruderschaft anzugeh├Âren, bedeutet das nicht, offen, gro├čz├╝gig und gemeinschaftsbewusst zu sein?┬ź Ja, sicher, aber nicht irgendwie. Es ist nicht normal, den Menschen einfach das wegzunehmen, was sie besitzen, auch nicht mit dem Ziel, den anderen zu helfen, denn diese Art zu handeln t├Âtet das Wesentliche im Menschen: die Sch├Âpfungsfreiheit. Der Vogel kann nicht mehr br├╝ten, wenn er kein eigenes Nest mehr hat. Jedes Wesen hat von der Natur das Recht bekommen, etwas zu besitzen, ├╝ber das die anderen nicht nach Belieben verf├╝gen k├Ânnen.

Ein besseres Verst├Ąndnis der Gesetze des Karma w├╝rde den Rivalit├Ąten zwischen Arm und Reich ein Ende bereiten.

Die Armen von heute beklagen sich, Schwierigkeiten und Entbehrungen ertragen zu m├╝ssen. Sie lehnen sich gegen die Gesetze auf, die von den Reichen erfunden wurden. Und es ist richtig, dass manche Gesetze die Reichen selbst nicht ber├╝hren und nur die Armen davon betroffen sind. In Wirklichkeit wissen die Armen nicht, dass sie selbst es waren, die in ihren vergangenen Verk├Ârperungen als Reiche diese Gesetze erlassen haben, ├╝ber die sie heute so schimpfen. Als die h├Âheren Intelligenzen sahen, wie sehr ihnen die Weisheit und die G├╝te fehlt, fassten sie den Beschluss, sie nun in eine Situation zu bringen, in der sie gezwungen sind, die Stichhaltigkeit dieser Gesetze nachzupr├╝fen, die sie selbst geschaffen haben.

├ťberall habe ich Menschen getroffen, die in der Vergangenheit Aristokraten oder Milliard├Ąre waren und nun in Lumpen gekleidete Bettler sind. Die unsichtbare Welt sagt ihnen: ┬╗Nun, wie f├╝hlt ihr euch jetzt? In der Vergangenheit habt ihr ma├člos getrunken, gegessen und verschwendet; von nun an m├╝sst ihr euch mit der gro├čen Einweihung, welche die Armut bedeutet, befassen.┬ź

Die Armen sollten sich also nicht gegen die Reichen auflehnen. Sie m├╝ssen wissen, dass sie in dieser Form herabgestiegen sind, um die Weisheit zu erlernen und dass sie deshalb arm geworden sind, weil sie in der Vergangenheit nicht anst├Ąndig gearbeitet haben. Sie haben diesen Reichtum missbraucht, um ihre niedere Natur zufrieden zu stellen, anstatt damit Gutes zu tun. Deshalb hat es die g├Âttliche Gerechtigkeit als notwendig erachtet, ihnen eine Lektion zu erteilen.

Glaubt nicht, dass die Menschen, die heute reich sind, diese G├╝ter auf eine ungerechte Art und Weise empfangen haben, nein. Sie verf├╝gen heute ├╝ber Reichtum, Intelligenz oder Talent, weil sie in der Vergangenheit gearbeitet haben, um all dies zu erhalten. Und die kosmische Gerechtigkeit schenkte ihnen Gaben, die mit ihren Anstrengungen und F├Ąhigkeiten ├╝bereinstimmen, das hei├čt sie schenkte ihnen materiellen, intellektuellen oder spirituellen Reichtum. Jeglicher Reichtum ist die Folge eines Lebens voller Anstrengungen. Und wenn heute ein Reicher ein dummes Leben f├╝hrt, dann wird er alles verlieren und im n├Ąchsten Leben als Bettler wiederkommen. Wei├č er jedoch, wie er diese G├╝ter verwenden soll, wird er sie niemals verlieren. Die Vorsehung hat den Reichen den Reichtum gegeben, damit sie die Liebe manifestieren, damit sie ├╝berall Gutes tun und den anderen helfen, indem sie ihnen die Weiterentwicklung erleichtern.

Der Reiche ist gekommen, um mit der Liebe zu arbeiten. Wenn er seine Pflicht vergisst, wird er arm, um zu verstehen, was er h├Ątte machen sollen, aber nicht gemacht hat. Der Arme muss Weisheit lernen und wird so eines Tages reich werden. Wenn er nichts tut, um weise zu werden, wird er ewig arm bleiben. So ist das Gesetz. Dieses Gesetz nennt man Gesetz der Armut. Aber es gibt auch ein Gesetz der Freiheit. Wenn ein Reicher im Gewand eines Armen auf die Erde herabsteigen m├Âchte, dann hat er das Recht dazu, niemand kann ihn daran hindern. Die gro├čen Meister inkarnieren sich oft auf diese Weise. Es gibt also eine freiwillige Armut und eine andere, die dem Menschen auferlegt wird durch das Gesetz der Armut, genau wie der Reichtum auch.

Ihr m├╝sst beide Gesetze kennen, sonst t├Ąuscht ihr euch in euren Urteilen. Ihr w├╝rdet euch einbilden, jeder Arme sei ein ehemaliger Reicher, der f├╝r seine H├Ąrte bestraft wird und jeder Reiche sei ein Heiliger. Nein, so ist es nicht, und anstatt sofort zu sagen: ┬╗So, dieser Mensch ist arm, weil er boshaft war in seinem vergangenen Leben┬ź, denkt lieber, dass er vielleicht sehr weit entwickelt ist, es aber vorgezogen hat, so auf die Erde zur├╝ckzukommen, um frei zu sein und sich nicht mit der Last der materiellen Reicht├╝mer abzuschleppen. Die Weisen wissen, was f├╝r eine Versuchung der materielle Reichtum darstellt und sie bevorzugen andere Reicht├╝mer sehr viel mehr. Wenn sie sich verk├Ârpern wollen, w├Ąhlen sie deshalb oft die Armut, weil sie die zu erwartenden Schwierigkeiten sehen, wenn sie mit Reicht├╝mern auf die Erde zur├╝ckkommen und welche Gefahren diese f├╝r ihr spirituelles Leben darstellen. Reich zu werden, bevor man weise ist, das ist die schlechteste Situation, in der ein Mensch sich befinden kann, man macht sich verhasst, man verbindet sich im Unsichtbaren mit allen Arten von niederen Wesen und entfernt sich von Gott. Deshalb w├Ąhlen die Weisen meistens die Armut, denn sie bietet ihnen die besten Voraussetzungen zur Entwicklung ihrer Qualit├Ąten und Tugenden.

Man sollte das Licht suchen, bevor man das Gold sucht. Das Gold ist eine Verdichtung des Sonnenlichtes.

Wenn man nicht mit dem Licht arbeitet, wenn man nicht versteht, was das Licht ist, versteht man gar nichts im Leben. Alles ist im Licht enthalten. Das Licht hat die Welt erschaffen. Das Licht ist der Ursprung des Universums. Das Licht ist ein Geist, ein Geist, der von der Sonne kommt. Jeder Strahl ist eine gro├čartige Kraft, die ├╝berall in alles eindringt und darin arbeitet. Wenn es etwas gibt, das man tief greifend studieren sollte, dann ist es das Licht: Was es ist, wie es arbeitet und auch wie wir damit arbeiten k├Ânnen. Wer das Licht aufgibt, um sich nur um Geld und Gesch├Ąfte zu k├╝mmern, der ist nicht auf dem richtigen Weg, denn das Gold, das er sucht, ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Kondensierung des Lichtes. Ja, das Gold ist eine Verdichtung der Sonnenstrahlen auf der Erde, eingesammelt, zusammengesucht und bearbeitet von Wesen, die unter der Erde wohnen. Wenn ihr das Gold, das Geld so sehr verehrt und dabei das Licht au├čer Acht lasst, was passiert dann? Ihr vergesst den Ursprung, die Ursache von allem.

Man besitzt Geld und mit diesem Geld ├Âffnet man physische T├╝ren. Aber die anderen T├╝ren, die T├╝ren des Friedens, des Gl├╝cks, der Freude, der Inspiration, aller guten Eigenschaften und Tugenden bleiben verschlossen. Was n├╝tzt es euch, wenn alle anderen T├╝ren offen sind und die T├╝ren zum Heiligtum verschlossen sind? Ihr esst, ihr geht spazieren, ihr arbeitet lustlos und ihr f├╝hlt keine Freude mehr, das hei├čt, die spirituellen T├╝ren sind verschlossen. So ergeht es einem, wenn man eine irrige Auffassung vom Leben und von den Werten des Lebens hat.

Wenn ihr das Licht au├čer Acht lasst, ist das so, als w├Ąrt ihr in einen Palast eingeladen und w├╝rdet die Prinzessin unbeachtet lassen und dem Zimmerm├Ądchen den Hof machen, das von der Prinzessin abh├Ąngt. Wenn diese das dann bemerkt, verschlie├čt sie euch nat├╝rlich die T├╝r. Man muss der Herrin des Hauses Ehrerbietung und Liebe entgegenbringen, der Prinzessin, dann sind euch alle Dienerinnen zu Diensten. Das Gold ist das Zimmerm├Ądchen, das man verehrt, ohne zu bedenken, von wem es abh├Ąngt. Das Gold h├Ąngt vom Sonnenlicht ab, das es gebildet hat. Man sollte also zuallererst das Licht lieben und das Gold kommt danach, es folgt euch. Wenn ihr mit der Prinzessin ausgeht, kommen alle hinter euch her, um euch zu dienen.

Ihr werdet sagen: ┬╗Aber was erz├Ąhlen Sie uns da? Man braucht doch Geld.┬ź Wem sagt ihr das? Ich wei├č sehr gut, dass Geld notwendig ist, aber man darf es nicht zum Herrn machen, den Sinn des Lebens aus ihm machen. Als Mittel, als Instrument, als M├Âglichkeit, ja, aber nicht als Ideal. Euer Ideal muss anderswo sein: Das Ideal muss das Licht sein, das Ziel muss das Licht sein. Lasst das Geld niemals zu eurem Herrn werden, sonst wird es euch furchtbare Ratschl├Ąge geben, die euch vom Reich Gottes entfernen. Also, denkt an das Licht, denn wenn ihr das Licht besitzt, k├Ânnt ihr euch selbst heilen, euch bemeistern, alles im Leben verstehen und ihr werdet sogar Gold besitzen.

Alles, ob Erde, Wasser, ├ľl, B├Ąume oder V├Âgel, hat festgelegte Eigenschaften, aber nur das Licht hat die Eigenschaft, uns zu erhellen, uns den Weg zu zeigen… Ihr macht Licht und schon seht ihr alles um euch herum. Das Licht zeigt euch vielleicht einen Schatz, der irgendwo versteckt ist und ihr werdet sehr reich. Ohne das Licht hingegen wird man euch sogar euer Geld stehlen, weil es immer andere gibt, die intelligenter sind als ihr, die euch das, was ihr besitzt, wegnehmen. Wie k├Ânnte es anders sein, wenn man dumm ist!?

Die Arbeit f├╝r eine Idee bringt dem Menschen eine F├╝lle, die nicht mit Geld aufzuwiegen ist.

Alle, die nicht Diener sind, die ihre Arbeit dem Reich Gottes widmen, bleiben ewig hungrig, durstig, schwach, gequ├Ąlt. Warum? Weil sie keinen Lohn erhalten. Jene hingegen, die in den Dienst des Reiches Gottes eingetreten sind, die Diener des Himmels sein wollen, sind wie Arbeiter, die jeden Tag, jede Stunde eine wunderbare Bezahlung erhalten, die sich kundtut in Kr├Ąften, in Str├Âmen von Licht und Liebe, in ├╝berschw├Ąnglicher Freude und Begeisterung. Alle, die ihnen begegnen, sind erstaunt, sie in einem solchen Zustand der Freude zu sehen und wenn sie sie dann fragen, was ihnen passiert ist, antworten diese Diener: ┬╗Wir arbeiten im Feld des Herrn und erhalten unsere Belohnung.┬ź

Die wahren Spiritualisten arbeiten f├╝r eine Idee, f├╝r eine g├Âttliche Idee, und diese Idee belohnt sie, denn diese Idee, die mit dem Himmel in Verbindung steht, ist f├╝r sich allein schon eine ganze Welt. Sie arbeiten f├╝r eine Idee und diese Idee k├╝mmert sich dann darum, ihnen Freude, Begeisterung, Hoffnung zu bringen. Wenn ihr keine g├Âttliche Idee habt, f├╝r die ihr arbeitet, werdet ihr trotz eures Lohnes weder Freude noch Gl├╝ck besitzen, weil ihr nicht mit dem Himmel verbunden seid. Wenn ihr hingegen f├╝r eine Idee arbeitet, so f├╝hlt ihr euch immer in der F├╝lle, selbst wenn keiner euch dankt, selbst wenn man das, was ihr macht, nicht anerkennt. Ihr m├╝sst das verstehen lernen. Pflanzt eine g├Âttliche Idee in euren Kopf, arbeitet f├╝r eine g├Âttliche Idee und ihr werdet sehen, was diese Idee f├╝r euch tut. Euer ganzes Dasein wird sich positiv ver├Ąndern, sie wird euch sogar das Leben verl├Ąngern.

Die Probleme des Kapitalismus und des Kommunismus finden sich in unserem t├Ąglichen Leben wieder.

Kommunismus und Kapitalismus sind zur Zeit die zentralen Themen, welche die Menschen bewegen. Tats├Ąchlich sind diese beiden Richtungen, die auch in der Natur vorkommen, alle beide unentbehrlich. Man muss Kapitalist sein, um zu einem besseren Kommunisten zu werden. Schaut euch einen Baum an. Er ist Kapitalist und gleichzeitig Kommunist, denn er beh├Ąlt seine Wurzeln, seinen Stamm, seine ├äste, aber er verteilt seine Fr├╝chte. Auf diese Weise hat die Natur die Dinge organisiert. Auf die gleiche Weise besitzt der Mensch ein gro├čes Kapital, sein Leben. Und er ist Eigent├╝mer seiner Produktionsmittel: seines K├Ârpers, seines Willens, seines Herzens, seiner Intelligenz, usw. Er trainiert sie, er pflegt sie, h├Ąlt sie in Form, betreut sie und vervollkommnet sie. Er beh├Ąlt sie f├╝r sich, er ist Kapitalist. Aber wenn sein Kapital zu produzieren beginnt und er seine Produktion gut organisiert und steuert, kann er danach seine Produkte an andere verteilen. Er wird Kommunist. Man kann nicht Kommunist sein, wenn man nicht sein Kapital Fr├╝chte tragen l├Ąsst, denn was kann man sonst den anderen bringen? Und man ist kein guter Kapitalist, wenn man nicht seinen Reichtum verteilt, denn sonst verrostet und erlahmt alles, was man besitzt und man kann nichts mehr produzieren. Beide gehen Hand in Hand und sind absolut notwendig im Leben. Kapitalisten und Kommunisten m├╝ssen erkennen, wie weit sie von den Wahrheiten der Einweihungslehre entfernt sind, wenn sie weiterhin auf ihren Gegens├Ątzen beharren und sich gegenseitig bekriegen.

Dieses Gesetz gilt auch f├╝r andere Bereiche des Daseins. Nehmen wir den Bereich des Wissens. Heutzutage wollen alle studieren, lernen, Geld verdienen, um gesch├Ątzt und respektiert zu werden, denn ├╝berall, wo ein reicher und gebildeter Mensch hinkommt, ├Âffnen sich die T├╝ren. Es ist immer dieselbe ewige Tendenz, Kapitalist zu werden, das hei├čt sich etwas anzueignen, etwas zu besitzen. Das Wissen geh├Ârt zwar vielleicht einem ├╝bergeordneten Bereich an, aber es handelt sich um die gleiche Tendenz: reich werden, um etwas in Beschlag zu nehmen und sich durchzusetzen. Ja, die Gelehrten verhalten sich genauso wie die Reichen, wie die Kapitalisten. Was die Kommunisten betrifft, das sind die Unwissenden, die Obdachlosen, die Bettler. Sie wollen zusammen sein und alles teilen: ihre Brotkanten, ihren Wein, ihre Zigarettenstummel, ihre Zeitungsbl├Ątter. O ja, das finden sie wunderbar, aber sobald sie reich werden, ist es aus, kein Kommunismus mehr, sie haben keine Lust mehr zu verteilen.

Alle Enterbten sind sozusagen ┬╗Kommunisten┬ź, sie sind sehr zug├Ąnglich, sehr freundlich, weil sie nichts besitzen. Bei den Gelehrten hingegen ist es unm├Âglich, einen Termin zu bekommen. Man muss sie Monate im Voraus um Verabredungen bitten. Sie sind unerreichbar, verhalten sich also genauso wie Kapitalisten. So sollte man aber nicht handeln. Alle, die im Bereich der Tugenden und der Erkenntnisse reich sind, d├╝rfen sich nicht wie hochm├╝tige Bonzen benehmen, sondern m├╝ssen ein wenig auf die Ebene der anderen herabsteigen, br├╝derlich sein, ihre Reicht├╝mer verteilen. Dann sind sie Kommunisten und zwar wahre Kommunisten. Man sollte das Wissen suchen als ein Mittel, um der Menschheit zu helfen und nicht, um seine pers├Ânlichen Angelegenheiten zum eigenen Vorteil zu regeln.

Ein Eingeweihter aber, der die Lektion der Natur verstanden hat, macht es genauso wie der Baum: Er beh├Ąlt seine Wurzeln, seinen Stamm, seine ├äste, aber er verteilt seine Fr├╝chte, das hei├čt, seine Gedanken, seine Gef├╝hle, seine Worte, sein Licht, seine Kraft. Nur ein Eingeweihter ist ein wahrer Kapitalist und ein wahrer Kommunist. Die anderen sind nur Kinder, die sich zanken und nichts vom wahren Leben verstanden haben. Es gelingt ihnen nicht, ihre Probleme zu l├Âsen, solange sie nicht das Licht der Einweihung besitzen.

Die Symbolik des hebr├Ąischen Buchstabens Aleph: Die kommunistische Tendenz, die sich in unseren Beziehungen zu den Mitmenschen ├Ąu├čert, muss in einem ausgewogenen Verh├Ąltnis zur kapitalistischen Tendenz unseres inneren Lebens stehen.

Wenn man den hebr├Ąischen Buchstaben Aleph studiert, so sieht man, dass er schematisch den Menschen darstellt, den einen Arm zum Himmel und den anderen in Richtung Erde gestreckt. Auch das ist wieder ein Symbol, das beweist, dass man gleichzeitig Kapitalist und Kommunist sein soll; Kapitalist, um Kommunist zu sein, nehmen, um geben zu k├Ânnen. Solange man sich den Kapitalismus getrennt vom Kommunismus vorstellt, ist man auf einem Irrweg. Die Kapitalisten, die nur anh├Ąufen, ohne jemals etwas zu verteilen, beginnen zu schimmeln, so wie der Weizen, den man jahrelang in der Kornkammer aufbewahrt, bis die M├Ąuse ihn fressen oder er verschimmelt.

Es ist ganz normal, Besitz haben zu wollen, aber ausschlie├člich besitzen zu wollen ist ein primitiver Instinkt, es sollte die g├Âttliche Seite hinzukommen, die Gutes tun m├Âchte mit allem, was man angeh├Ąuft hat. Aber um Gutes zu tun, sollte man nicht nur materielle Reicht├╝mer besitzen wollen, denn um materiell reich zu werden, muss man immer den Nachbarn ein bisschen verdr├Ąngen oder auch einmal unredlich vorgehen. Die Erde ist begrenzt, der Raum ist begrenzt, deshalb bereichert man sich immer mehr oder weniger auf Kosten der anderen. Wenn derselbe Wunsch, sich zu bereichern, in eine andere Richtung gelenkt wird, wenn er den Himmel zum Ziel hat, der derartig weit, unermesslich, unendlich ist, wird diese Unermesslichkeit nicht im Geringsten geschm├Ąlert, auch wenn ihr noch so viel davon nehmt. Der Himmel ist ein unendlicher Ozean, ihr werdet nie jemandem schaden. Und wenn ihr einmal reich geworden seid, teilt ihr an die anderen aus. Also, ein Arm, der nimmt, der andere, der gibt! So werdet ihr zu Aleph, genau wie Christus, ihr werdet vollkommen.

Das Ideal ist, gleichzeitig Kapitalist und Kommunist zu sein, das hei├čt zu empfangen, zu verdienen, alle Herrlichkeit des Himmels aufzunehmen und sie dann an die Menschen zu verteilen. Also, Kapitalist sein dem Himmel gegen├╝ber und Kommunist der Erde gegen├╝ber. Das bedeutet Vollkommenheit. Seid ihr jedoch nur Kommunist oder nur Kapitalist, so seid ihr in jedem Fall verloren.

Nur die Besitzt├╝mer von Seele und Geist sind dauerhaft.

Die Leute sind deshalb immer ungl├╝cklich und entt├Ąuscht, weil sie glauben, das Gl├╝ck liege im Besitz. Ja, die ersten Tage ist man gl├╝cklich ├╝ber das, was man besitzt, sei es ein Auto, eine Waschmaschine usw., aber im Laufe der Zeit freut man sich nicht mehr so sehr dar├╝ber und muss nach etwas anderem suchen. Wahre Freude, wahres Gl├╝ck findet sich nicht in materiellen Besitzt├╝mern, sondern in den Besitzt├╝mern der Seele und des Geistes. Selbstverst├Ąndlich handelt es sich dabei um etwas ganz anderes, um eine andere Art von Besitz. Ihr geht zum Beispiel spazieren und erfreut euch an der Sch├Ânheit der Natur, der Sonne, der Sterne, der Berge… Ihr besitzt sie nicht, aber sie inspirieren euch zu Gef├╝hlen, Gedanken, Empfindungen und das sind die einzig wahren Besitzt├╝mer, eben das, was in eurem Inneren geschieht. Alles andere kann man euch nehmen, ihr seid niemals sicher, ob ihr es wirklich besitzt. Aber das, was in euch ist, das kann euch niemand wegnehmen.

Stellt euch einen sehr reichen Mann vor, der einen pr├Ąchtigen Park besitzt mit den sch├Ânsten Blumen, den sch├Ânsten B├Ąumen. Doch er ist von seinen Gesch├Ąften so sehr vereinnahmt, dass er keine Zeit hat, in seinem Park spazieren zu gehen, er sieht ihn nicht, er profitiert nicht von ihm. Aber da ist ein Dichter, der jeden Tag in diesen Park kommt. Er lauscht dem Gesang der V├Âgel, bewundert die Blumen, die Springbrunnen, atmet den Duft der Rosen ein und schreibt Gedichte. Also, wem geh├Ârt dieser Park? Dem Dichter! Und der andere, der Besitzer? Er bezahlt die Steuern!

Glaubt nicht, dass euch etwas geh├Ârt, nur weil ihr es besitzt. F├╝hlt ihr innerlich jedoch eine Freude, ein Licht aufgrund dessen, dann, ja dann besitzt ihr es, selbst wenn es euch nicht wirklich geh├Ârt. Deshalb sage ich, dass die ganze Welt mitsamt der Sonne und allen Sternen mir geh├Ârt. Von dem Moment an, wo ich sie bewundere, wo ich sie liebe, geh├Âren sie mir. Und wer nie den Kopf gehoben hat, um zum Himmel hinaufzuschauen, dem werden auch nie die Sonne und die Sterne geh├Âren. Ihr solltet also euren Standpunkt ├Ąndern, um zu verstehen, was euch geh├Ârt und was euch nicht geh├Ârt. Ihr habt eine Frau und glaubt, sie geh├Âre euch, weil ihr st├Ąndig mit ihr schlaft oder sie schlagt. Nein! Aber wenn ihr sie bewundert, wenn ihr sie als die ideale Frau betrachtet, die ihr erst erreichen m├╝sst, als Vertreterin der G├Âttlichen Mutter, dann geh├Ârt sie euch, selbst wenn ihr sie niemals ber├╝hrt. Ihr glaubt, um etwas besitzen zu k├Ânnen, muss man es ber├╝hren, nein, leider geh├Ârt euch genau das, was ihr in der Hand habt, eben nicht.

Kein Mensch geh├Ârt einem anderen

Betrachtet nie eure Frau oder euren Mann als etwas, das euch geh├Ârt, sonst geratet ihr in gro├če Widerspr├╝che, denn es wird immer ein Moment kommen, wo ihr bemerkt, dass sie euch nicht geh├Âren. Dann leidet entweder ihr selbst oder ihr lasst euren Partner leiden. Man darf nie glauben, dass eure Frau euch geh├Ârt. Sie existierte schon, bevor sie euch kannte und sie wird nach euch existieren. Ein anderer als ihr hat sie erschaffen. F├╝r den Moment ist sie nur da als eure Verb├╝ndete f├╝r dieses Leben, und sie ist frei. Wenn sie etwas f├╝r euch tun m├Âchte, dann freut euch dar├╝ber, aber kein Gesetz kann sie dazu zwingen. Sie ist mit euch nur aufgrund ihres eigenen Einverst├Ąndnisses verbunden. Vor euch, in einem anderen Leben, hatte sie andere Ehem├Ąnner, ihr seid weder ihr erster noch ihr letzter. Und auch ihr selbst hattet andere Frauen und werdet andere haben. Wenn ein Mann und eine Frau schon ewig zusammen w├Ąren, h├Ątten sie sich schon lange verstanden. Nun stehen sie aber oft zueinander im Widerspruch. Das bedeutet also, sie kennen sich nicht und treffen sich vielleicht zum ersten Mal. Es ist also nutzlos, sich Illusionen oder Sorgen zu machen. Man sollte sich sagen: ┬╗Also, wir sind Verb├╝ndete, wir werden so gut wir k├Ânnen miteinander arbeiten, wir werden ehrlich sein, das ist alles!┬ź Und wenn es euch gelingt, zwischen euch sehr gute Beziehungen zu schaffen, so werdet ihr im n├Ąchsten Leben wieder zusammen sein.

Man kann einen Menschen nur bei sich halten, wenn man ihm selbstlose Liebe entgegenbringt.

Ihr habt Angst, euren Liebsten zu verlieren und wendet alle Mittel an, um ihn zu halten. Ihr qu├Ąlt ihn, ihr tut ihm Gewalt an, ihr zwingt ihm euren Willen auf. Was behaltet ihr aber auf diese Weise in Wirklichkeit? ÔÇô Nehmt an, ihr h├Ąttet eine sehr h├╝bsche Frau. K├Ânnt ihr verhindern, dass die M├Ąnner sie anschauen, sie bewundern und ihr sogar folgen? Es fehlt nicht an Gelegenheiten: auf der Stra├če, im Theater, in Gesellschaft, bei Freunden, ├╝berall. Jeder wird eure Frau anschauen und wenn ihr nicht vern├╝nftig und weitherzig seid, werdet ihr leiden. Ihr seid dann wie jemand, der Blumen in seinem Park besitzt und nicht verhindern kann, dass sich ihr Duft verbreitet und von jedem eingeatmet wird. Was ihr in Wirklichkeit so eifers├╝chtig bewahrt, das ist der K├Ârper des geliebten Wesens, eine H├╝lle, eine ├Ąu├čere Schale. Was wirklich den Reichtum des Menschen ausmacht, seine Essenz, das hei├čt, seine Gedanken, seine Gef├╝hle, das kann nicht eingesperrt werden. Die gr├Â├čte Illusion ist, sich vorzustellen, man k├Ânne den Sand anbinden oder den Wind lenken. Jeder zerbricht sich den Kopf, weil er eine menschliche Seele beherrschen m├Âchte. Die Seele kann nicht beherrscht werden. Es kann einem gelingen, sich des physischen K├Ârpers zu bem├Ąchtigen, aber nie dieses mysteri├Âsen Wesens, das im Inneren wohnt.

Es gibt in der Natur keine Kraft, keine Magie, welche die anderen dazu zwingen kann, euch zu lieben. Daf├╝r ist alles zu machtlos: Geld, Geschenke, Gewalt, Hexerei oder Magie. Seele und Geist als Tochter und Sohn Gottes kann niemand dazu zwingen, euch zu lieben. Und selbst wenn der Mann oder die Frau, die ihr vielleicht durch Magie zur Liebe zu zwingen versucht, schlie├člich nachgeben, ist es nicht ihre Seele, die euch begehrt. Es gibt andere Wesen, die in sie eintreten, die sich durch sie hindurch ├Ąu├čern und diese Wesen sind oft Ungeheuer. Sie werden euch lieben, aber nur indem sie euch aufzehren, indem sie euch so sehr ersch├Âpfen, dass ihr sp├Ąter sehr teuer f├╝r das bisschen Liebe bezahlen m├╝sst, das ihr bekommen habt.

Ihr habt nur ein einziges unsch├Ądliches Mittel, das ein anderes Wesen dazu bringt, euch zu lieben. Das ist, nie etwas B├Âses von ihm zu denken, ihm nur die herrlichsten, lichtvollsten, reinsten Gedanken zu senden. Selbst wenn es dann vielleicht sogar hart und boshaft ist, so seid sehr geduldig, ertragt alles und fahrt fort, ihm zu helfen, wenn ihr wirklich so viel Wert auf es legt. Fr├╝her oder sp├Ąter wird es euch dann mit einer reinen g├Âttlichen Liebe lieben.

Die Liebe zu den Reicht├╝mern der Erde muss den Menschen zu einer spirituellen Arbeit f├╝hren. Die Edelsteine.

Es ist nicht schlecht, die Edelsteine zu lieben, im Gegenteil, es ist normal, es ist sogar notwendig, sie zu lieben! Warum sollte man sie nicht lieben! Auch hier gilt es, die Fehler, die sich in die K├Âpfe mancher Spiritualisten eingeschlichen haben, zu berichtigen. Sie sind immer dabei, Elemente zu untersch├Ątzen, in die Gott eine ganze Wissenschaft und unermessliche Tugenden hineingelegt hat. Warum muss man sich so unwissend zeigen? Warum muss man diese Herrlichkeit missachten? Die Erde und die Sterne haben sich an die Arbeit gemacht, um sie hervorzubringen, sie zu gestalten und der Mensch soll nun die Arbeit des ganzen Kosmos zu Nichte machen? Er sollte sie im Gegenteil verstehen, sie in ihrem wahren Wert anerkennen, ihr den Platz geben, den sie verdient und seinen Weg in die h├Âheren Regionen fortsetzen, indem er sie bewundert, dar├╝ber entz├╝ckt ist und sich daran erfreut.

Aber nur weil der Mensch die Herrlichkeiten der Erde bewundert, darf er sich nicht ihrer bem├Ąchtigen und sie f├╝r sich behalten, um sich daran zu bereichern, um seine Eitelkeit zu f├Ârdern, um arme Gesch├Âpfe zu verf├╝hren, seinen Egoismus und seine Begierden zu befriedigen, wie das die gew├Âhnlichen Menschen tun. O nein, sowohl die einen, die sich auf die Edelsteine st├╝rzen und alle Verbrechen begehen, nur um sie zu besitzen als auch die anderen, die sie verachten, irren sich. Und ihre falsche Einstellung spiegelt sich auf eine sehr sch├Ądliche Weise in ihrem Mentalbereich wider und untergr├Ąbt ihre Weiterentwicklung. Was ist also die beste Einstellung? Versuchen, den tieferen Sinn dessen zu erfassen, was Gott geschaffen hat, allem seinen Platz einzur├Ąumen und vor allem, alles f├╝r die Weiterentwicklung, f├╝r den Aufstieg, f├╝r die segensreiche Arbeit im Hinblick auf das Reich Gottes auf der Erde zu benutzen. In dem Moment wird man erf├╝llt von einem Elan, von einer Freude und einer Begeisterung, die uns helfen, die g├Âttliche Sch├Ânheit, die g├Âttliche Weisheit zu verstehen und auch zu begreifen, wie Gott ├╝berall im Universum arbeitet.

Die Edelsteine schwingen immer in Harmonie mit den Kr├Ąften der Natur. Sie sind freundlich und gehorsam, deshalb sind sie transparent und lassen das Licht hindurch. Die anderen, nicht transparenten Steine widersetzen sich dem Licht und das Licht, das nicht hindurch kann, verl├Ąsst sie und erhellt sie nur an der Oberfl├Ąche. Doch der Edelstein hat verstanden, er sagt: ┬╗Ich muss mich beeilen, damit das Licht durch mich hindurchscheinen kann und in all seinen Abstufungen leuchtet. Dann werde ich geliebt und gesch├Ątzt. Man k├╝mmert sich um mich, man l├Ąsst es nicht zu, dass ich von jedem beschmutzt und zermalmt werde. Und ich werde an einem Ort sein, wo ich immer in meiner ganzen Pracht gesehen werde.┬ź So denkt der Edelstein.

Der Sch├╝ler des neuen Lebens ist auch ein Edelstein, der versteht, dass man den Herrn, das Licht, in sich wohnen lassen muss und dass man lichtdurchl├Ąssig sein muss, um sch├Ân und strahlend zu werden. Es ist die Arbeit des Sch├╝lers, zu einem so reinen, so sch├Ânen, so transparenten Edelstein zu werden, dass Gott sehr dar├╝ber erstaunt ist, sich herabbeugt und Seine Diener schickt mit den Worten: ┬╗Holt diesen Stein und bringt ihn mir, damit ich ihn in meine Krone setzen kann.┬ź

Dieser Text stammt aus dem Buch ┬╗Die neue Religion┬ź von Omraam Mikhael Aivanhov, Kapitel 12: ┬╗Der Sinn des Reichtums und des Besitzes in der Einweihungswissenschaft┬ź.