Seid zufrieden mit eurem Schicksal

Zufriedenheit kann verschiedene Formen annehmen. Schaut euch die Tiere an. Sie sind mit ihrem Schicksal zufrieden, sehen ihre Begrenzungen nicht und versuchen also nicht, darüber hinauszuwachsen, um voranzukommen. So eine für Tiere normale Mentalität kann unmöglich für die Menschen anspornend sein – obwohl sich viele damit zufrieden geben. Eine weitere Art, mit seinem Schicksal zufrieden zu sein, könnte als ‚Akzeptation‘ bezeichnet werden. Der Mensch begreift, dass die ihm auferlegten Prüfungen die Folge früherer Fehler sind, und er erträgt sie. Aber er bleibt nicht dabei stehen. Er weiß, dass er bemüht sein soll, Fehler wieder gut zu machen und Unzulänglichkeiten zu beheben. Das ist die wahre Weisheit: man soll sein Schicksal annehmen als Folge der Fehler, die man in früheren Existenzen beging, aber man darf sich niemals mit der erreichten Evolutionsstufe zufrieden geben, sondern sollte immer den Wunsch haben voranzukommen.

Die Unzufriedenheit mit sich selbst ist also ein Gefühl, das euch anspornen kann und euch dazu drängt, an euch zu arbeiten. Will man aber, dass diese Unzufriedenheit nicht zur zerstörerischen Zwangsvorstellung wird, muss das Gleichgewicht wiederhergestellt werden. Und wie? Nehmt einfach die Menschen, wie sie sind! Diese innere Haltung verhindert, dass ihr in eine negative Gemütsverfassung geratet, die zur völligen Entmutigung führen könnte. Sucht das Schöne und Gute in allen Menschen, vor allem bei jenen, die durch ihr Genie und ihre Tugend zur Weiterentwicklung der Menschheit beitrugen. Auf diese Weise seid ihr immer voller Bewunderung und lauft nie Gefahr, in Verzweiflung zu versinken.

Aus dem Buch »Goldene Regeln für den Alltag« von Omraam Mikhaël Aïvanhov, Kapitel 22